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BlackRock-Studie: Inmitten sich wandelnder Märkte

BlackRockStudie: Globale Versicherer sichern ihre Portfolios für die Zukunft ab.

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BlackRock Global Insurance Report 2022


79% der befragten Versicherer wollen ihre langfristige strategische Vermögensallokation überprüfen
68 Prozent der Befragten priorisieren für ein umfassendes Risikomanagement Investitionen in Technologie

Zunehmende Nutzung von FixedIncomeETFs auf festverzinsliche Wertpapiere, um die Liquidität zu steuern und höhere Rendite zu erzielen

Die Einbindung von ESG und Klimaaspekten in den Anlageprozess spielt für Versicherungsgesellschaften eine immer wichtigere Rolle

Weltweit entwickeln Versicherer innovative Anlageansätze, um sich an die in diesem Jahr rasant veränderten Marktbedingungen anzupassen. Im Mittelpunkt stehen der Aufbau widerstandsfähiger Portfolios, das Liquiditätsmanagement und die Einbindung von Technologien. Das geht aus dem elften jährlichen Global Insurance Report von BlackRock hervor, für den 370 Führungskräfte aus Versicherungsunternehmen in 26 Ländern mit einem verwalteten Vermögen von knapp 28 Billionen USDollar befragt wurden.

«Die aktuelle Investmentlandschaft ist das Resultat gravierender Umwälzungen in den letzten beiden Jahren. Die damit verbundenen Unsicherheiten werden voraussichtlich weiter zunehmen», sagt Charles Hatami, Global Head der Financial Institutions Group von BlackRock, und ergänzt: «Die Versicherungskunden, mit denen wir zusammenarbeiten, sind sich bewusst, dass innovative Lösungen in grossem Stil und ein flexibler Ansatz entscheidend sind, um mit diesem immer komplexeren Umfeld zurechtzukommen.»
Portfolioüberprüfungen für ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Liquidität notwendig
79 Prozent der befragten Versicherer wollen ihre langfristige strategische Vermögensallokation auf den Prüfstand stellen und fast die Hälfte (48 Prozent) von ihnen wird dieses Jahr ihre Risikobereitschaft überdenken. Die meisten Versicherer (60 Prozent) gaben an, dass die Inflation ihnen die grössten Sorgen bereitet, dicht gefolgt von den volatilen Vermögenspreisen (59 Prozent) und der Liquidität (58 Prozent). Um ihre Portfolios weiter zu diversifizieren, wollen die meisten Versicherer (87 Prozent) in den nächsten zwei Jahren ihre Allokationen in den Privatmärkten aufstocken im Durchschnitt um 3 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Ausserdem planen sie höhere Allokationen in liquide Anlagen, wobei 37 Prozent der Befragten dabei auf CashAllokationen und 31 Prozent auf festverzinsliche Anlagen setzen.
Anna Khazen, EMEA Head der Financial Institution Group von BlackRock, erklärt: «Das Interesse der Versicherungsgesellschaften an Risikoanlagen ist ungebrochen. Aber nach einer langen Phase mit stabilem Wachstum und niedriger Inflation steht uns nun ein volatileres Makro und Marktumfeld bevor. Daher sind die Ziele der Versicherer inzwischen vielfältiger und gehen über das Erzielen von Rendite und die Diversifizierung hinaus. Die Versicherungen bewerten inzwischen neu, welche Rolle jede Anlageklasse spielen muss, um das Gesamtportfolio krisenfester zu machen.»
Integrierter ESGAnsatz und klimaorientierte Anlagen im Fokus
Mehr als zwei Drittel der Befragten erklärten, dass sie wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich allgemeine Nachhaltigkeitsziele in ihre Portfolios integrieren und das ESGRisiko zu einem wichtigen Kriterium für neue Anlagen machen werden. Ferner wollen sich 85 Prozent der Befragten wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich zu konkreten

Klimazielen für ihr Portfolio verpflichten. 62 Prozent der an der Umfrage beteiligten Versicherer betrachten zudem den wachsenden Einfluss von Nachhaltigkeit auf Anlageentscheidungen als einen wichtigen Trend, der ihre Branche in den kommenden Jahren stark beeinflussen wird. Deshalb wird es entscheidend auf die richtigen Technologien und Tools ankommen, um konsistente Nachhaltigkeitsanalysen sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Offenlegungs und Berichtspflichten gewährleisten und Allokationen bewerten zu können.

Kontinuierliche Innovationen im Risikomanagement: von der digitalen Transformation bis zu ETFs

Der Umfrage zufolge sehen 65 Prozent der Versicherer in der digitalen Transformation und Technologie den wichtigsten Trend in der Versicherungsbranche in den kommenden 1224 Monaten. Im Jahr zuvor waren es nur 44 Prozent. Fast alle (98 Prozent) nutzen eigenen Angaben zufolge künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, prognostische Analysen, Blockchain oder Kombinationen dieser Technologien. Die prädiktive Analytik kommt dabei bei 65 Prozent der Befragten im Rahmen der Verwaltung ihres Versicherungsgeschäfts und bei 72 Prozent bei Vermögensanlagen zum Einsatz. Bezüglich der künftigen Investitionen in Technologie will die überwiegende Mehrheit der befragten Versicherer Ausgaben in denBereichen Asset and Liability Management (68 Prozent), Regulatory Compliance (54 Prozent) und Marktdaten (53 Prozent) priorisieren.

Daneben treiben die Befragten die Einführung neuer Investmentansätze z. B. mithilfe von BondETFs voran. Mit einer verstärkten Allokation in diese ETFs wollen sie in erster Linie die Liquidität (54 Prozent) und Rendite (48 Prozent) verbessern. Analysen von BlackRock zufolge nutzen inzwischen acht der zehn grössten USVersicherer eigenen Angaben zufolge festverzinsliche ETFs. Fünf davon haben sie nach den hohen Marktschwankungen im März 20201 in ihre Portfolios genommen. In diesem Jahr haben bisher 17 Versicherer in Europa, dem Nahen Osten und Afrika erstmals in börsennotierte Fonds investiert2. BondETFs
gelten als effektive Möglichkeit, um kostengünstig Rendite und laufende Erträge zu erzielen. Nach Prognosen von BlackRock wird das in globalen BondETFs verwaltete Vermögen bis 20303 auf 5 Billionen USDollar anwachsen. Institutionelle Anleger aus dem Versicherungssektor werden eine treibende Kraft bei dieser Entwicklung sein.


1
S&P Global Intelligence, BlackRockAnalyse der bei der National Association of Insurance Commissioners (NAIC) und der Securities and Exchange Commission eingereichten Unterlagen (Stand: April 2022).
2
BlackRock Neue Nutzer sind definiert als Anleger, die im Jahr 2022 ETFs zuweisen, nachdem sie diese
mindestens drei Jahre lang nicht genutzt haben.

3 BlackRock Einschätzung Mai 2022.

Quelle: ETFWorld.ch


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