Vanguard : Niedrige Kosten sind ein entscheidendes Argument für den Einsatz von ETFs, da sie ein wichtiger Faktor für den Anlageerfolg sind.
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Von Roger Bootz, Country Head Switzerland and Liechtenstein, Vanguard
Gleichzeitig sollten Anleger aber weitere Grundprinzipien der Kapitalanlage im Blick behalten und die wichtigsten Kennzahlen kennen.
Wenn es um Geldanlage und private Altersvorsorge geht, zählen ETFs mittlerweile zu beliebten Produkten. Im vergangenen Jahr erzielten europäische ETFs laut Morningstar Mittelzuflüsse von insgesamt 78,4 Milliarden Euro. Insgesamt verwalten die börsengehandelten Fonds eine Anlagesumme von fast 1,5 Billionen Euro in Europa – rund doppelt so viel wie vor fünf Jahren. Marktexperten rechnen sogar damit, dass die Summe bis 2030 auf 2,5 Billionen Euro ansteigt.
Für die ETF-Erfolgsstory gibt es gute Gründe
Die Abkürzung ETF könnte genauso für einfach, transparent und fair – beziehungsweise kostengünstig – stehen. Grundsätzlich eignen sich ETFs für fast jeden Anlegertyp. Welche ETFs konkret zum Einsatz kommen, hängt von den Zielen, dem Zeithorizont und den Präferenzen des individuellen Anlegers ab. Ein Punkt, der insbesondere für Privatanleger von Bedeutung ist: ETFs sind schon ab einem Stück handelbar, was Investmentbarrieren aufhebt.
„Suche nicht nach der Nadel, sondern kaufe den Heuhaufen“
Zahlreiche ETFs bilden Börsen-Indizes wie beispielsweise den SMI, den FTSE All World oder den S&P 500 nach. So können Anleger mit einem einzigen Produkt breit gestreut in einen Index investieren – ganz nach dem Motto des Indexfonds-Pioniers John Bogle: „Suche nicht nach der Nadel, sondern kaufe den Heuhaufen.“ Eine breite Diversifikation zählt zu den wichtigsten Anlageprinzipien und hilft dabei, das Anlagerisiko zu senken. Zusätzlich haben Investoren immer Klarheit darüber, wie ihre Investitionen positioniert sind – ein einfacher Blick auf den entsprechenden Index genügt.
Aufgrund des Wegfalls von aufwendigen Recherchen bei der aktiven Titelauswahl durch die Anbieter fallen die Kosten für ETFs in der Regel deutlich niedriger aus als für aktiv verwaltete Kapitalanlageprodukte. Eine zuverlässige Kennzahl zur Betrachtung der Kosten eines Investments ist die sogenannte Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, kurz TER). Tatsächlich sind die Kosten seit Einführung des ersten ETF in den USA 1993 kontinuierlich gesunken. Heute gibt es über 9.000 ETFs, deren Anbieter naturgemäß auch auf Kostenseite gegenüber der Konkurrenz punkten wollen. Für Anleger ist das positiv, da die Kostenbelastung gerade langfristig massgeblichen Einfluss auf das Anlageergebnis hat. Schliesslich steht jeder zusätzliche Cent an Gebühren nicht mehr zur Wiederanlage zur Verfügung und kann also auch nicht den berühmten Zinseszinseffekt entfalten, der vor allem langfristig eine wichtige Rolle für den Gesamtertrag spielt.
Nicht nur auf die Kosten achten
Dennoch sollte bei der Auswahl eines ETFs nicht ausschliesslich auf die Kosten geachtet werden. Sie sind ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor für den Anlageerfolg. Insbesondere einige weitere verbreitete Fehler sollten Anleger bei ihren ETF-Investments unbedingt vermeiden.
Der einfache Handel über die Börse, z.B. die SIX Swiss Exchange – grundsätzlich ein weiteres Plus von ETFs – kann Anleger dazu verleiten, übereilt zu kaufen oder zu verkaufen. Versuche, den Markt über das richtige Timing von Ein- und Ausstieg zu schlagen, gelingen allerdings selten. Das gleiche gilt, wenn Anleger versuchen, Trends hinterherzujagen und auf besonders aussichtsreiche Branchen oder Regionen zu setzen.
Ratsam ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: eine langfristige Perspektive, die breite Streuung der Geldanlage, Disziplin und Kostenkontrolle. Anleger sollten auf ETFs setzen, die zu diesen grundlegenden Prinzipien passen. Gerade um längerfristige Ziele zu erreichen, sind ETFs, die breit gestreut in wichtige Kernmärkte investieren, besonders geeignet. Das gelingt beispielsweise mit dem FTSE All-World Index. Er umfasst über 4.000 Aktien und damit rund 90% des global investierbaren Aktienmarktes und bietet Anlegern Zugang zu Aktien aus 24 Industrie- und 23 Schwellenländern weltweit. Längst lassen sich mit ETFs neben den Aktienmärkten auch Obligationen und weitere Anlageklassen abbilden, mit sogenannten Multi-Asset-ETFs sogar mehrere Anlageklassen gesammelt in einem Produkt. Ein Multi-Asset-Portfolio mit beispielsweise 60% Aktien und 40% Obligationen ist mit einem einzigen ETF umsetzbar.
Bei der ETF-Auswahl gilt es, weitere Kennzahlen im Blick zu behalten. Eine Historie von mehreren Jahren am Markt kann beispielsweise Aufschluss darüber geben, ob und in welchem Umfang die Wertentwicklung des ETF von der Indexentwicklung abweicht, messbar durch die Tracking Difference. Ziel sollte eine möglichst präzise Nachbildung des Index durch den ETF sein. Das gelingt, indem der ETF-Anbieter eine breite Palette von Wertpapieren kauft, um den zugrundeliegenden Index abzubilden.
Zudem sollte der ETF eine Mindestgrösse hinsichtlich des Anlagevolumens erreicht haben. Hierbei gilt: Ein hohes verwaltetes Vermögen kann ein Indikator dafür sein, dass ein ETF häufiger an der Börse gehandelt wird, weil mehr Anleger investiert sind. Dadurch können sich die Spreads zwischen An- und Verkaufspreis verringern, was zurück zu den Kosten führt: Stimmen die übrigen Parameter, bleiben sie ein entscheidendes Auswahlkriterium für den richtigen ETF. Zusammengefasst bedeutet das: Entscheidend für den Anlageerfolg ist neben der Indexauswahl ist das richtige Gleichgewicht zwischen Tracking-Effizienz, Kosten und Risikomanagement.
Quelle : ETFWorld
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