Amundi ETF – Im April flossen europäischen UCITS-ETFs Mittel in Höhe von 35,5 Mrd. Euro zu. Investoren favorisierten dabei risikoreichere ETF-Strategien.
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Analyse der ETF-Marktbewegungen – Daten per 30. April 2026
Dominik Blunschi Senior Sales Manager ETF, Indexing & Smart Beta at Amundi
- Drei Viertel der Zuflüsse entfielen auf Aktien-ETFs, wobei ETFs auf breit anlegende globale und US-amerikanische Indizes das größten Interesse auf sich zogen.
- Bei Anleihe-ETFs kam es sowohl bei europäischen als auch bei US-Staatsanleihen zu einer Umschichtung hin zu Engagements über alle Laufzeiten hinweg.
Zuflüsse in europäische UCITS-ETF
Insgesamt waren ETF-Anleger im April nach dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran wider risikobereiter, wobei sie weiterhin auf breit diversifizierte Indizes setzten. Die Zuflüsse in Aktien-ETFs machten rund 75 % der gesamten Mittelzuflüsse aus. Anleger suchten nach breit diversifizierten ETF-Anlagen. An der Spitze standen dabei Produkte auf All-Country-World-Indizes (ACWI; +11,1 Mrd. Euro) sowie Industrieländer- (+6,8 Mrd. Euro) und US-Indizes (+5,8 Mrd. Euro).
Anleihe-ETFs verzeichneten im April einen Mittelzufluss von 8,6 Mrd. Euro. Auffallend war im April ein erneutes Interesse an Staatsanleihen. So flossen in ETFs auf europäische Staatsanleihen rund die Hälfte dieser Neugelder. Bemerkenswert ist zudem, dass Anleger sowohl bei ETFs auf europäische als auch auf US-Staatsanleihen von kürzeren Fälligkeiten auf ein breites Laufband umschichteten, was auf eine neutralere Positionierung nach dem Ausverkauf im März hindeutet.
Aktien-ETFs: breit investierende globale Indizes im Anlegerfokus
Diversifikation war im April weiterhin ein wichtiges Thema für Aktien-ETF-Anleger. Dies unterstreichen die hohen Mittelzuflüsse in ETFs auf All-Country und World-Indizes. Nach Mittelabflüssen im März kam es im April zu einer Erholung bei US-Aktien-ETFs, insbesondere bei Large-Cap- und wachstumsorientierten Engagements wie Strategien im Stil des S&P 500 und des Nasdaq. Der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sowie die Berichtssaison der Unternehmen lösten eine deutliche Erholung aus und stärkten die Nachfrage nach ETFs mit Fokus auf die größten US-Unternehmen. Gleichzeitig verzeichneten ETFs mit Equal-Weight-Strategien gewisse Abflüsse, da Anleger wieder mehr in Mega-Caps investierten.
Schwellenländeraktien-ETFs (EM; +3,0 Mrd. Euro) weckten erneut das Interesse vieler Anleger, was den Trend zur Diversifikation unterstreicht. Angetrieben wurde die Nachfrage hier auch durch die gute Wertentwicklung in asiatischen Schwellenländern, insbesondere in Südkorea, wo die Nachfrage nach KI und Halbleitern die Marktperformance stützte, sowie durch das Interesse an rohstofforientierte Engagements in Lateinamerika.*
Mit Blick auf die Zuflüsse in Sektor-ETFs lag die IT-Branche mit einem Plus von 2,2 Mrd. Euro vorn. Anleger schichteten im Laufe des Monats in ETFs auf Technologie-Wachstumswerte um, was eine Umkehr der im März verzeichneten geringen Abflüsse darstellt.
Die Blockade der Straße von Hormus und die Auswirkungen auf den Ölmarkt veranlassten die Anleger, ETFs auf alternative Energien (Solar, Wind, Wasserstoff, Kernkraft) in Betracht zu ziehen. Bei Themen-ETFs lagen entsprechend diese Strategien mit Zuflüssen in Höhe von 506 Mio. Euro vorn. Allokationen auf ETFs mit Fokus auf den Verteidigungssektor summierten sich auf 496 Mio. Euro, was etwa der Hälfte des Netto-Neugeldzuflusses im März entspricht.
* Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für künftige Ergebnisse.
Anleihe-ETFs: Euro-Anleger positionieren sich über das gesamte Laufzeitband hinweg
Die Zuflüsse in Anleihe-ETFs machten im April knapp ein Viertel des gesamten Netto-Neugeldzuflusses aus, wobei Anleger wieder auf risikoreichere Strategien setzten.
Staatsanleihe-ETFs verbuchten Zuflüsse von 4,7 Mrd. Euro (ggü. +1,3 Mrd. Euro im März). Gleichzeitig verlangsamten sich die Zuflüsse in geldmarktnahe ETFs von 2,5 Mrd. Euro im März auf 507 Mio. Euro im letzten Monat.
Bei Staatsanleihe-ETFs waren im April sowohl bei europäischen (+1,6 Mrd. Euro) als auch bei US-Staatsanleihen (+572 Mio. Euro) eine Umschichtung hin zu Engagements über alle Laufzeiten hinweg zu beobachten, was auf eine neutralere Positionierung nach dem Ausverkauf im März hindeutet.
Die Allokationen in ETFs auf Euro-Staatsanleihen konzentrierten sich im April auf alle Laufzeiten, während bei US-Staatsanleihen eine größere Streuung zu beobachten war: Anleger setzten hier auf verschiedene Laufzeitsegmente – darunter alle Laufzeiten (+500 Mio. Euro), ultra-kurze (+476 Mio. Euro) und mittlere Laufzeiten (+458 Mio. Euro).
Dies unterstreicht die unterschiedlichen Ansichten über den künftigen Zinsverlauf in der Eurozone und den USA. Anleger erwarten keine Zinssenkungen seitens der Europäischen Zentralbank, während die Aussichten in den USA ungewisser sind, da die US-Notenbank im Juni einen neuen Vorsitzenden bekommen wird.
ESG-ETFs stoßen erneut auf Nachfrage
Die Zuflüsse in ESG-ETFs haben sich im April auf 4,8 Mrd. Euro aufsummiert, was einer Verdreifachung der Zuflüsse gegenüber dem März darstellt. Entsprechend dem allgemeinen Markttrend verzeichneten ACWI-ESG-ETFs die meisten Zuflüsse in Höhe von 3,6 Mrd. Euro.
Bei Anleihe-ESG-ETFs dominierten Staatsanleihe-ETF-Strategien mit einem Plus von 992 Mio. Euro.
Quelle: ETFWorld.ch
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