LGT Navigator : Die globale Risikostimmung verschlechterte sich zur Wochenmitte, da ein erneutes militärisches Aufflammen zwischen den USA und dem Iran, eine weitere Welle von Gewinnmitnahmen bei Halbleiteraktien sowie neue Inflationssorgen die Nachfrage nach Aktien dämpften.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
US-Technologiewerte fielen am Dienstag, wobei der Nasdaq 100 unterdurchschnittlich abschnitt, und die asiatischen Märkte folgten am Mittwoch nach unten, angeführt von einem starken Rückgang des südkoreanischen KOSPI. Die Dynamik anderer Anlagen war uneinheitlich: Gold gab nach, obwohl die Volatilität zunahm, während auch Bitcoin schwächer tendierte. Die Ölpreise blieben trotz US-Angriffen auf iranische Anlagen nahe der Strasse von Hormus relativ stabil. Später am Mittwoch werden sich Anlegerinnen und Anleger auf den jüngsten Bericht zum US-Verbraucherpreisindex konzentrieren.
Asiatische Aktien gaben am Mittwoch nach, da die erneute militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran, Gewinnmitnahmen bei stark gestiegenen Chipwerten und neue Inflationssorgen die Risikobereitschaft belasteten. Südkoreas KOSPI fiel um 6.4%, nachdem Halbleitertitel erneut stark verkauft worden waren, während Japans Nikkei 225 um 2% nachgab. Stärker als erwartet ausgefallene Produzentenpreise für Mai, getrieben durch höhere Treibstoffkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt, schürten Spekulationen, dass die Bank of Japan ihre Geldpolitik an ihrer Sitzung in der kommenden Woche weiter straffen könnte. Australiens S&P/ASX 200 entzog sich dem Trend und notierte 0.3% höher, während Indiens Nifty 50 um 0.6% zulegte. Die Ölpreise blieben weitgehend stabil, nachdem US-Streitkräfte am Dienstagabend nach eigenen Angaben verhältnismässige Selbstverteidigungsangriffe gegen iranische Luftabwehr-, Bodenkontroll- und Überwachungsanlagen nahe der Strasse von Hormus durchgeführt hatten. Sie reagierten damit auf den Abschuss eines Apache-Hubschraubers der US-Armee nahe der Küste Omans am Vortag. Der Goldpreis gab am Mittwoch um rund 1.4% nach und notierte bei etwa USD 4200 je Unze, während der US-Dollar leicht schwächer war und Bitcoin erneut zurückging.
Chinas Produzentenpreise steigen wegen Energieschock stark
Der Hang Seng Index in Hongkong lag am Mittwoch 1% im Minus, und der CSI 300 auf dem chinesischen Festland gab um 1.2% nach, während Anlegerinnen und Anleger höhere Produzentenpreisdaten und anhaltende Sorgen über die Binnennachfrage verarbeiteten. Chinas Produzentenpreisindex stieg im Mai im Jahresvergleich um 3.9%. Dies war der stärkste Anstieg seit Juli 2022 und eine Beschleunigung gegenüber 2.8% im April, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Daten des Nationalen Statistikamts hervorging. Die Beschleunigung spiegelte deutlich höhere Inputkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt wider, der die Energie- und Rohstoffversorgung über die Strasse von Hormus beeinträchtigt hat. Die Einkaufspreise der Fabriken für Treibstoff und Strom stiegen um 10%, jene für Nichteisenmetalle, Materialien und Drähte um 22%, begleitet von einer starken Nachfrage nach Rechenleistung im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Die Verbraucherpreisinflation blieb moderat: Der Gesamt-VPI stieg im Mai im Jahresvergleich um 1.2%, blieb damit unter den Prognosen der Ökonominnen und Ökonomen und ging gegenüber dem Vormonat um 0.1% zurück. Die Kerninflation schwächte sich leicht auf 1.1% ab, und die Lebensmittelpreise fielen um 1.7%, was die schwache Binnennachfrage unterstrich. Die angebotsgetriebene Reflation belastet die Margen chinesischer Hersteller, da sie Schwierigkeiten haben, höhere Kosten weiterzugeben, auch wenn die Exporte, insbesondere von erneuerbaren und KI-bezogenen Gütern, im Mai ein robustes jährliches Wachstum von 19.4% zeigten.
Nasdaq fällt wegen rückläufiger Chipaktien
US-Technologiewerte gaben am Dienstag nach, da die Schwäche bei Halbleiteraktien den Nasdaq 100 belastete, der nach zuvor stärkeren Verlusten 1.1% tiefer bei 29’084.50 Punkten schloss. Der breitere S&P 500 sank um 0.3% auf 7386.65 Punkte, während der Dow Jones Industrial Average um 0.2% auf 50’872.11 Punkte zulegte und damit seine relativ stärkere Entwicklung fortsetzte, nachdem der Nasdaq am Freitag wegen erneuter Zinssorgen bereits um 4.8% gefallen war. Der Druck auf Chipwerte wie Marvell Technology, Arm Holdings, Qualcomm, Cisco und AMD dürfte auf Gewinnmitnahmen im Vorfeld grosser Börsengänge in den USA zurückzuführen sein, darunter geplante IPOs des Raumfahrtunternehmens SpaceX sowie der Unternehmen für künstliche Intelligenz Anthropic und OpenAI, die voraussichtlich Liquidität von den jüngsten Gewinnern abziehen werden.
Deutsche Exporte und Importe legen leicht zu
Die deutschen Exporte stiegen im April kalender- und saisonbereinigt um 0.9% auf EUR 136.6 Mrd., während die Importe um 1.2% auf EUR 122.1 Mrd. zunahmen, wie am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten. Gegenüber April des Vorjahres legten die Exporte um 3.6% zu, und die Importe wuchsen um 6.2%, wodurch sich der bereinigte Handelsüberschuss von EUR 14.7 Mrd. im März und EUR 16.9 Mrd. im Vorjahr auf EUR 14.5 Mrd. verringerte. Der Handel mit EU-Partnern zog leicht an: Die Exporte in den Block stiegen gegenüber dem Vormonat um 1%, die Importe um 0.4%. Die Exporte in Nicht-EU-Märkte entwickelten sich uneinheitlich, darunter ein monatlicher Anstieg der Ausfuhren in die USA um 1.8%, aber ein Rückgang der Ausfuhren nach China um 3.5%. Auf der Importseite kaufte Deutschland mehr Waren aus China und den USA, während die Lieferungen aus dem Vereinigten Königreich zurückgingen. Die europäischen Aktienmärkte gaben am Dienstag nach: Der Euro Stoxx 50 verlor 0.2%, während der deutsche DAX mit einem Rückgang von 0.7% unterdurchschnittlich abschnitt. Der Swiss Market Index gewann 0.3%.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Oracle.
Konjunkturdaten im Fokus: Verbraucherpreisindex USA (14:30) und Zinsentscheid der Bank of Canada (15:45).
Quelle: ETFWorld
Newsletter



