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St. Galler Kantonalbank : Dem Franken fehlt die grosse Krise


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St. Galler Kantonalbank : Schweizer Investoren sind sich das nicht gewohnt. Der Franken schwächelt und mit Fremdwährungen kann man Gewinne machen.

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Von Dr. Thomas Stucki ist CIO der St.Galler Kantonalbank


Der US-Dollar nähert sich der Marke von 82 Rappen. So teuer war der Greenback für uns seit dem letzten Sommer nicht mehr. Der Euro kostet mit 93 Rappen wieder so viel wie zuletzt Anfang Jahr. Dabei ist die Welt weiterhin im Aufruhr. Nach der Strasse von Hormus lernen wir gerade, wo das Tor der Tränen ist, die Meerenge aus dem Roten bei Jemen. Donald Trump wirft wieder mit willkürlichen Zöllen um sich wie zu seinen besten Zeiten.  Dennoch ist der Franken nicht gefragt

Der wichtigste Treiber am Devisenmarkt ist aktuell der Erdölpreis. Er bestimmt die Erwartungen an die Inflation und damit direkt die Erwartungen an die Zinspolitik der Zentralbanken. Die Inflationslage ist dabei für die Fed und die EZB schwieriger als für die SNB. Der Einfluss der Energiepreise ist in den USA und in der Eurozone grösser und die Inflationsraten befinden sich bereits jetzt deutlich über dem jeweiligen Zielwert. Dazu kommt die Erfahrung aus dem letzten Inflationsschub. In der Schweiz ist der Preisdruck trotz hohen Benzinpreisen insgesamt gering und das Inflationsziel der SNB nicht in Gefahr. Zwar steigen auch die Zinserwartungen an die SNB, aber vor allem aus dem Herdenverhalten heraus. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsdifferenz zwischen dem Franken und den anderen Währungen zunimmt, wird vom Markt als gross beurteilt. Die Zinsdifferenz bestimmt auf Dauer den Wechselkurs nur bedingt, als kurzfristiger Signalgeber ist sie aber ein wichtiger Faktor.

Ruhe an den Finanzmärkten

An den Finanzmärkten ist es trotz der Risiken für die Weltwirtschaft durch den Krieg im Iran und durch die hohen Energiepreise ruhig. Die Konjunkturdaten geben auch keinen Anlass für eine unmittelbare Beunruhigung. Die Inflationsraten sind zwar hoch, aber auf Niveaus, an die man sich gewöhnt hat. Die Einkaufsmanagerindizes zeigen, dass die Unternehmen in den meisten Ländern der Zukunft gelassen entgegenschauen. Die Aktienmärkte interessiert mehr, wie viel Geld die Technologiefirmen in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur investieren und wie stark ihre Gewinne steigen. Die Aktienindizes befinden sich im Bereich ihrer Höchststände und Kursrückgänge werden als Kaufgelegenheit betrachtet. Die hohen Renditen langfristiger Obligationen werden auch mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen. In diesem Umfeld ist die Bereitschaft, aus Sicherheitsüberlegungen die Nullzinsen im Franken in Kauf zu nehmen und auf Ertragspotenzial zu verzichten, nicht sehr gross.

Misstrauen gegen den US-Dollar ist nicht vom Tisch

Die Argumente, die den US-Dollar bis zum Beginn des Iran-Krieges belasteten, sind nicht verschwunden. Das Vertrauen in die Politik der amerikanischen Regierung wird durch die Rundumschläge Trumps nicht grösser. Die Schuldensituation wird auch nicht besser. Die Regierung hat die Sparbemühungen eingestellt und will das Geld mit vollen Händen ausgeben. Das massiv erhöhte Militärbudget ist nur der offensichtlichste Teil, der die Ausgaben weiter steigen lässt. Die Angriffe auf die Fed durch Trump werden auch weitergehen, wenn Kevin Warsh die Zinsen nicht senken wird. Sollte er wider Erwarten den Bitten von Trump für tiefere Zinsen doch nachgeben, wäre das für die Unabhängigkeit der Fed ein grosser Schlag. Wenn es um den Krieg im Iran wieder ruhiger wird, werden all diese Themen wieder in den Vordergrund rücken. Dann ist es mit dem Höhenflug des US-Dollars vorbei.

Quelle: ETFWorld


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