LGT : US-Zwischenwahlen und Bilanzzahlen der Technologiekonzerne im Fokus

LGT Navigator : Die US-„Midterms“ stehen diese Woche im Mittelpunkt: Am Dienstag entscheiden die Wählerinnen und Wähler über die Mehrheitsverhältnisse im Parlament, wobei insbesondere die Kontrolle des Repräsentantenhauses im Fokus steht und damit auch, wie weit Präsident Donald Trump seine Steuer- und Ausgabenpläne vorantreiben kann.

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Auch die Geldpolitik bleibt im Fokus, mit dem Zinsentscheid der Reserve Bank of Australia am Dienstag und der Ankündigung der Bank of England am Donnerstag. Erhöhte Energiepreise erschweren dabei den Inflationsausblick. Die Inflationsdaten für Oktober aus der Schweiz (Dienstag) und der Eurozone (Mittwoch) liefern weitere Hinweise zum Preisdruck. Die US-Einkaufsmanagerindizes des ISM für das verarbeitende Gewerbe (Montag) und den Dienstleistungssektor (Mittwoch) im Oktober, die Zahl der offenen Stellen in den USA im September (Dienstag) und der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober (Freitag) geben neue Aufschlüsse über die Konjunkturdynamik und die Lage am Arbeitsmarkt. Nach dem Ausverkauf bei Technologiewerten in der vergangenen Woche, angesichts erneuter Zweifel an den Erträgen hoher KI-Ausgaben, geben die Geschäftszahlen von Apple (Montag), Palantir (Montag), AMD (Dienstag), Arm (Mittwoch) und Qualcomm (Mittwoch) Einblick in die Nachfrage nach Hardware für Endkundinnen und Endkunden, KI-Software und Chips. Die japanischen Märkte bleiben am Dienstag wegen des Tags der Kultur geschlossen.

Asiatische Börsen legen dank Erholung der Technologiewerte zu

Die asiatischen Aktienmärkte legten am Montag überwiegend zu, angeführt vom südkoreanischen KOSPI, der 2.2% gewann. Niedrigere Ölpreise stützten die Stimmung der Anlegerinnen und Anleger im Vorfeld der Quartalszahlen des Technologieriesen Apple. Gegen den Trend entwickelten sich die Märkte in Japan und Australien: Der japanische Nikkei 225 verlor 0.3%, während der australische S&P/ASX 200 um 0.6% nachgab. Die Terminkontrakte auf Brent-Rohöl fielen um 3% auf USD 110.05 je Barrel angesichts diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des US-israelischen Kriegs mit dem Iran. Dies trug dazu bei, die Sorgen an den Märkten nach dem Ausverkauf bei Technologiewerten in der vergangenen Woche zu lindern. Anlegerinnen und Anleger warteten zudem auf den Zinsentscheid der australischen Zentralbank am Dienstag. Eine weitere Zinserhöhung wird allgemein erwartet, nachdem die jährliche Inflationsrate im September auf 4.3% gestiegen war, gegenüber 4% im August. Der Goldpreis am Kassamarkt legte um 0.8% auf USD 3905.10 je Unze zu, da Anlegerinnen und Anleger nach einem Rückgang von 3.7% in der vorangegangenen Handelssitzung Käufe tätigten. Dieser Rückgang hatte den Goldpreis auf ein Jahrestief gedrückt und den schwächsten Monat für das Edelmetall seit 2008 besiegelt.

Chinas Industrieumfragen zeigen unterschiedliche Entwicklungen

Der RatingDog-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China sank im Oktober leicht auf 52 Punkte, nach 52.1 im September. Damit entsprach er den Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen und signalisierte den elften Monat in Folge eine Expansion, wie die am Montag veröffentlichten Daten zeigten. Das Produktionswachstum erreichte das höchste Tempo seit April, da die Aufträge aus dem In- und Ausland zunahmen. Das Wachstum der Exportaufträge verlangsamte sich jedoch. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel dagegen von 50.1 auf 49.3, verfehlte die Prognosen und deutete auf eine Schrumpfung hin. Die unterschiedliche Entwicklung ist teilweise darauf zurückzuführen, dass der offizielle Index grosse und staatliche Unternehmen stärker berücksichtigt. Die private Umfrage zeigte zudem nur wenige Neueinstellungen und steigende Vorleistungskosten, während der Wettbewerbsdruck die Hersteller zu Preissenkungen veranlasste. Der CSI 300 in Festlandchina stieg zu Wochenbeginn um 0.7%, während der Hongkonger Hang Seng um 0.5% zulegte.

US-Aktien angesichts des Ausverkaufs bei Technologiewerten unter Druck

Der Nasdaq 100 fiel am Freitag der vergangenen Woche um 3.5% auf 28’384.85 Punkte, da enttäuschende Unternehmensmeldungen die Sorgen über hohe Ausgaben für künstliche Intelligenz verstärkten. Der S&P 500 sank um 1.8% auf 7580.07 Punkte, während der Dow Jones Industrial Average 1.1% auf 51’770.31 Punkte verlor. Der Chiphersteller Intel brach um fast 29% ein, nachdem der Umsatzausblick für das vierte Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Der Onlinehandels- und Cloud-Computing-Konzern Amazon gab angesichts schwächer als erwarteter Cloud-Umsätze und hoher KI-Investitionen um 1.4% nach. Der Nasdaq 100 verlor im Wochenverlauf 2% und im Oktober 6.7%. Der Index rutschte kurzzeitig in den Korrekturbereich, als der Rückgang gegenüber dem Rekordhoch von Anfang Oktober 10% überschritt.

Wachstum der Eurozone verlangsamt sich im dritten Quartal

Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone wuchs im dritten Quartal um 0.4% gegenüber dem Vorquartal, nach 0.6% im zweiten Quartal, wie die am Freitag veröffentlichten vorläufigen Zahlen von Eurostat zeigten. Auch das Wachstum der EU verlangsamte sich von 0.7% auf 0.5%. Im Vorjahresvergleich beschleunigte sich das Wachstum dagegen auf 1.3% in der Eurozone und 1.5% in der EU, nach 1.2% bzw. 1.4% im vorangegangenen Quartal. Irland verzeichnete mit 5.5% das stärkste Wachstum gegenüber dem Vorquartal. Deutschland wuchs um 0.2%, Italien stagnierte und Frankreich schrumpfte um 0.1%. Die Schätzungen beruhen auf unvollständigen Informationen und können noch revidiert werden. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone blieb im September mit 6.5% gegenüber August unverändert, lag jedoch über den 6.3% vom September 2025, wie separat am Freitag veröffentlichte Eurostat-Daten zeigten. Der Euro Stoxx 50 fiel am Freitag um 1.2%, während der deutsche DAX 0.9% verlor und sich der französische CAC 40 kaum veränderte.

Schweizer KOF-Konjunkturbarometer sinkt, bleibt aber robust

Das Schweizer KOF-Konjunkturbarometer sank im Oktober um 1.5 Punkte auf 107.6, wie die am Freitag veröffentlichten Zahlen zeigten. Nach den Anstiegen in den Vormonaten blieb der Indikator jedoch über seinem mittelfristigen Durchschnitt. Schwächere Indikatoren für die Auslands- und Konsumnachfrage sowie eine Verschlechterung bei Finanz-, Versicherungs- und anderen Dienstleistungen trugen zum Rückgang bei. Verbesserte Aussichten für das verarbeitende Gewerbe federten den Rückgang ab, insbesondere in der Metall- und Nahrungsmittelproduktion, während sich die Indikatoren für die Papier- und Druckindustrie verschlechterten. Der Wert deutet darauf hin, dass der Ausblick für die Schweizer Wirtschaft robust bleibt. Der Swiss Market Index stieg am Freitag um 0.4%.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Apple, Berkshire Hathaway, Palantir und Vertex Pharmaceuticals.

Konjunkturdaten im Fokus: Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe aus mehreren der weltweit grössten Volkswirtschaften, darunter Schweiz (08:30), Italien (09:45), Frankreich (09:50), Deutschland (09:55), Eurozone (10:00), Grossbritannien (10:30), Kanada (15:30) und USA (15:45, Institute for Supply Management: 16:00); Einzelhandelsumsätze Deutschland (08:00), Einzelhandelsumsätze Schweiz (08:30).

Quelle: ETFWorld