Anleihen aus Europa: Über italienische Staatsanleihen (BTP) können Anleger gehebelte Wetten auf Bunds eingehen, da Anleger ein „Grexit“ nach wie vor kaum beeindruckt

Die verhaltenen Reaktionen auf die schleppenden Verhandlungen mit Griechenland lassen vermuten, dass ein möglicher „Grexit“ bereits seit Langem eingepreist ist. Nicht Griechenland, sondern deutsche Bundesanleihen stehen im Epizentrum der sich eintrübenden Stimmung gegenüber Anleihen aus der Eurozone……



WisdomTree Europe


Erhöhte Schwankungen an den Bondmärkten und ein robuster Euro spiegeln das sich aufhellende Wirtschaftsumfeld in der Eurozone wider und trotzen der Angst vor einer Ausbreitung der Griechenlandkrise.

Angesichts der hohen Sensitivität 10-jähriger italienischer Staatsanleihen gegenüber 10-jährigen Bunds bietet sich Anlegern die Chance auf eine gehebelte Wette auf den europäischen Bondmarkt.

Eine defensive Positionierung an den Rentenmärkten der Währungsunion könnte daher angebracht sein. Gehebelte Short-Positionen auf ETPs, die deutsche Bunds und italienische BTPs nachbilden, eignen sich als Instrumente, um dieser Einschätzung Ausdruck zu verleihen.

Die verhaltene Reaktion auf die griechische Schuldenkrise legt nicht nur den Schluss nahe, dass ein „Grexit“ seit Langem eingepreist ist, sondern auch, dass die Schwankungen an den europäischen Rentenmärkten zu Monatsbeginn hauptsächlich den „irrational“ niedrigen Bundrenditen geschuldet waren.

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Bondrenditen in der Eurozone sensitiv ggü. Bunds, nicht jedoch ggü. Griechenland

Seit dem Ende der Finanzkrise wurde die Stimmung an Europas Anleihenmärkten zunehmend durch die Stärke deutscher Bunds und immer weniger durch die Schwäche griechischer Staatspapiere bestimmt. Die divergierende Entwicklung der Anleiherenditen in Griechenland und dem Rest der Eurozone nach Beginn des QE-Programms der EZB machte dies noch deutlicher. Das soll nicht heißen, dass die Stimmung ggü. griechischen Staatsanleihen auf kurze Sicht nicht auch die Anleiherenditen in der übrigen Eurozone beeinträchtigen kann, vor allem mit Blick auf die komplizierten Schuldenverhandlungen zwischen Griechenland und der Troika, die stimmungsweisend sind und opportunistische Positionierungen hervorrufen. Aber ungeachtet möglicherweise hoher Korrelationen ist für Anleger die Sensitivität unterschiedlicher Anleihen in Bezug auf ihre wechselseitige Beeinflussung der Renditen von Bedeutung, zumal Anleiherenditen zwar stark miteinander korrelieren, einander gegenüber jedoch zugleich insensitiv sein können. Wie die Grafik verdeutlicht, weisen 10-jährige italienische BTPs mit einem Beta-Koeffizienten von 2.3 eine höhere Sensitivität ggü. vergleichbaren Bunds auf als ihre griechischen Pendants mit einem Beta-Koeffizienten von 0.169. Die Insensitivität der Renditen italienischer ggü. griechischen 10-jährigen Anleihen passt in das Gesamtbild, dass sich Griechenlands Schuldenproblematik nicht auf den Anleihenmarkt der europäischen Peripherie ausgewirkt hat.

Gehebelte Positionen auf Bunds als aussichtsreiche Wette auf den europäischen Bondmarkt

Eine Entkopplung von „Grexit“-Gerede und der Stimmung an den Bondmärkten spiegelt sich auch in der Widerstandsfähigkeit des Euro wider, der ggü. dem US-Dollar auf ein Monatshoch stieg, derweil europäische Aktien die Woche geringfügig fester schlossen. Die monatelangen Verhandlungen zwischen der griechischen Anti-Spar-Regierung und der Troika ließen Anlegern ausreichend Zeit, sich ein Bild davon zu machen, was ein „Grexit“ für den Rest der Eurozone bedeutet. Jedweder Ausgang dieser Krise dürfte das solidere wirtschaftliche Fundament der Eurozone mittlerweile allerdings kaum noch großartig unterhöhlen mit Blick auf das außerordentliche Liquiditätsprogramm der EZB. Die Märkte nehmen die stockenden Gespräche zwischen Griechenland und seinen Gläubigern weiterhin gelassen hin.

Dies bietet Anlegern eine Chance für Wetten auf die europäischen Anleihenmärkte angesichts der irrationalen Bewertung deutscher Bunds, die auf eine Einpreisung übermäßiger Ängste und krisenähnlicher Umstände schließen lässt.[1] Anleihenmärkte haben seit April eine heftige Korrektur erfahren, wobei der Rolling Future Index für 10-jährige Bunds 4.5% nachgab. Der Rolling Future Index für italienische BTP mit zehnjähriger Laufzeit büßte wegen seiner extrem hohen Sensitivität ggü. Bunds während desselben Zeitraums sogar 7.4% ein. 3BUS oder 3BTS, bei denen es sich um 3x Short ETPs handelt, die Terminkontrakte auf 10-jährige Bunds und BTPs nachbilden, erzielten während des besagten Zeitraums eine Rendite von 13.8% bzw. 24.4%. 3BUS und 3BTS bieten Anlegern eine gehebelte Wette auf den europäischen Anleihenmarkt und sind ein effektives Instrument zur taktisch defensiven Positionierung an den durch erhöhte Volatilität geprägten Bondmärkten.

[1] vom 1. April 2015 bis 18. Juni 2015, in EUR

Quelle: ETFWorld.ch

                                                                                                        


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