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ETFWorld : Der Schweizer ETF-Markt im ersten Quartal 2026: Rekordvolumen und die Wende zur aktiven Verwaltung

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ETFWorld : Ein beispielloser Jahresauftakt – Das erste Quartal 2026 war von einer aussergewöhnlichen Beschleunigung des europäischen Marktes für Exchange Traded Funds (ETFs) geprägt, und die Schweiz hat aktiv an dieser Dynamik teilgenommen. 

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Verfasst von der Redaktion von ETFWorld.ch


Die aggregierten Zuflussdaten auf europäischer Ebene zeigen, dass im Januar 2026 die monatlichen Nettomittelzuflüsse in in Europa domizilierte ETFs die Marke von 55 Milliarden Dollar überschritten haben. Damit wurde jeder einzelne Monat des Jahres 2025 um rund 10 Milliarden Dollar übertroffen und ein neuer historischer Höchststand erreicht. Der überwiegende Teil dieser Mittel floss in Aktien-ETFs – nahezu das Doppelte des Monatsdurchschnitts des Vorjahres –, während auch das Segment der Anleihen-ETFs signifikante Zuflüsse verzeichnete. Dieses Umfeld einer erneuerten Risikobereitschaft, trotz anhaltender makroökonomischer Unsicherheiten, bildete ein solides Fundament für die Expansion des Schweizer Marktes.

Die Zahlen des Schweizer Handelsplatzes: SIX Swiss Exchange mit kräftigem Wachstum

Die offiziellen Daten der SIX Group für den Monat März 2026 zeichnen das Bild eines deutlich expandierenden Marktes. Das Handelsvolumen von ETFs an der SIX Swiss Exchange stieg gegenüber März 2025 um 33,4 Prozent – eine robuste Wachstumsrate, die das wachsende Interesse institutioneller und privater Anleger an diesen Instrumenten belegt. Insgesamt lag die Aktivität an den von SIX betriebenen Märkten um 24,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und erreichte nahezu 200 Milliarden Schweizer Franken. Die Anzahl der Transaktionen erhöhte sich im Jahresvergleich um 25,5 Prozent und überschritt damit erstmals seit März 2022 in einem einzelnen Monat die Schwelle von zehn Millionen Abschlüssen.

Auf Indexebene zeigte sich der Schweizer Aktienmarkt widerstandsfähig: Nachdem er im Februar neue Höchststände erreicht hatte, schloss der Swiss Market Index (SMI) den März bei 12.776,8 Punkten, gestützt durch die defensiven Schwergewichte der Schweizer Wirtschaft und die Stabilität des Schweizer Frankens als sicherer Hafen. Die positive Performance des SMI vollzog sich vor dem Hintergrund globaler Märkte, die weiterhin von geopolitischen Spannungen geprägt sind; die Solidität der Schweizer Blue Chips zog jedoch weiterhin internationales Kapital an.

Der grosse Trend 2026: Der Aufstieg der aktiven ETFs

Das prägendste Merkmal dieses ersten Quartals war zweifellos die Konsolidierung aktiv verwalteter ETFs als dominierender Trend. Hatte sich diese Kategorie im Jahr 2025 bereits erstmals deutlich hervorgetan, so markieren die ersten Monate des Jahres 2026 eine regelrechte strategische Wende für den Schweizer Handelsplatz. Im Januar handelte es sich bei 25 von 35 neu an der SIX Swiss Exchange kotierten ETFs um aktiv verwaltete Produkte, während die Zahl der Dekotierungen gering blieb. Diese Kennzahl bestätigt einen langfristigen Trend, wonach sich das Angebot zunehmend über nicht passive Strategien differenziert – in einem Markt, der traditionell von der Indexnachbildung dominiert wurde.

Symbolträchtig für diese Entwicklung war der Markteintritt eines neuen, auf Impact Investing spezialisierten Emittenten, der für das europäische Debüt seines aktiven Anlagevehikels bewusst die Schweizer Börse wählte. Es handelt sich um den ersten neuen Emittenten, der im Jahr 2026 an der Schweizer Börsennotierung erhielt, nachdem bereits das Rekordjahr 2025 sieben neue Anbieter und über 300 neue Produkte gesehen hatte. Der lancierte ETF verfolgt eine aktive Strategie und investiert global in Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen zur nachhaltigen Entwicklung beitragen, wobei finanzielle Renditen mit messbaren ökologischen und sozialen Wirkungszielen kombiniert werden. Mit diesem Debüt stieg die Zahl der Emittenten an der SIX Swiss Exchange auf 36 bei über 2.100 kotierten ETFs, was die Position des Handelsplatzes als einen der dynamischsten und vielfältigsten ETF-Märkte Europas weiter festigt.

Die Aufmerksamkeit für aktive ETFs beschränkt sich nicht auf das Aktiensegment. Im Laufe des Quartals wurden mehrere neue, aktiv verwaltete UCITS-Anleihen-ETFs lanciert, die speziell auf die Bedürfnisse der Schweizer Anleger in einem Niedrigzinsumfeld zugeschnitten sind. Diese Instrumente nutzen Marktindikatoren wie Kreditspreads, Volatilität und Makrodaten, um eine dynamische Risikoeinschätzung vorzunehmen, und spiegeln das wachsende Interesse an taktischem Management festverzinslicher Wertpapiere wider.

Fokus auf ESG und Impact Investing: Die Schweiz an vorderster Front

Eng verbunden mit dem Thema aktive ETFs ist das wachsende Interesse an ESG- (Environmental, Social, Governance) und Impact-Investing-Produkten. Der Schweizer Markt, traditionell sensibel für Nachhaltigkeitsthemen, verzeichnete in diesem Bereich eine weitere Beschleunigung. Der im Januar kotierte neue Impact-ETF stellt das erste Instrument dieser Art an der SIX dar, das finanzielle Renditeerzielung mit verbindlichen Nachhaltigkeitsparametern kombiniert. Parallel dazu wurde das Angebot an Produkten, die Socially Responsible Investment (SRI)-Indizes mit Fokus auf den Schweizer Heimmarkt und geringen CO₂-Emissionen abbilden, ausgebaut.

Dieser Trend fügt sich in einen breiteren Kontext ein, in dem institutionelle und private Anleger nach Lösungen suchen, die finanzielle Ziele mit ethischen Werten in Einklang bringen. Der Erfolg dieser Initiativen unterstreicht, dass sich der Schweizer Finanzplatz zu einer führenden Drehscheibe für Innovationen im Bereich nachhaltiger Geldanlagen auf europäischer Ebene entwickelt.

Makroökonomisches Umfeld und Geldpolitik: Die Rolle der SNB

Ein entscheidender Faktor für das Verständnis der Entwicklung des ETF-Marktes in der Schweiz ist die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Ende 2025 bestätigte die SNB den Leitzins bei null Prozent, während andere bedeutende Zentralbanken weitere Zinssenkungen vornahmen. Die Aussicht auf eine länger anhaltende Nullzinsphase der SNB, verbunden mit dem konkreten Risiko einer Rückkehr in den Negativbereich, hatte direkte Auswirkungen auf die Allokationsentscheidungen der Anleger.

In einem Umfeld komprimierter Anleiherenditen – Schweizer Investment-Grade-Anleihen bleiben mit ihren an Mehrjahrestiefs verharrenden Renditen unattraktiv – profitierten Aktien- und Themen-ETFs von einer nachhaltigen Nachfrage. Auf der Suche nach Rendite wandten sich die Anleger Lösungen zu, die ein Engagement in defensiven Aktienmärkten wie dem schweizerischen ermöglichen, der durch stabile Dividenden und eine solide Industriebasis gekennzeichnet ist. Die Dividendenrendite des Swiss Performance Index (SPI) liegt bei rund 3 Prozent, und für 2026 wird eine erneute Rekordausschüttung erwartet – ein starkes Attraktivitätsmerkmal in einem Umfeld von Nullzinsen.

Entwicklung des Angebots: Anleihen, Dividenden und neue Instrumente

Das erste Quartal 2026 brachte auch eine signifikante Weiterentwicklung des Angebots an Anleihen-ETFs. Neben den bereits erwähnten Lancierungen aktiver Strategien bot der Markt weiterhin diversifizierte Lösungen wie ETFs mit fester Laufzeit, die einen vorhersehbaren Einkommensstrom bieten, sowie ETFs auf Schweizer Staatsanleihen mit mittleren Laufzeiten (7–15 Jahre), die Indizes eidgenössischer Obligationen abbilden.

Im Dividendenbereich wurden im ersten Quartal mehrere Ausschüttungen vorgenommen. Auf Schweizer Dividenden fokussierte ETFs schütteten signifikante Beträge pro Anteil aus und bestätigten damit ihre Attraktivität für einkommensorientierte Anleger. Auch die Kommunikation von Zwischenausschüttungen im Zusammenhang mit den Dividenden grosser Schweizer Schwergewichte prägte den Zeitraum. Diese Einkommensströme sind von besonderem Interesse in einer Phase, in der die Dividendenrendite angesichts von Nullzinsen zu einer entscheidenden Komponente der Gesamtrendite für Anleger wird.

Wettbewerbsumfeld: Ein Markt im Wandel

Der Schweizer ETF-Markt bestätigt seine hohe Wettbewerbsintensität mit einer gefestigten Präsenz grosser internationaler Akteure und einer wachsenden Beteiligung lokaler Spezialanbieter. Die beiden führenden globalen Emittenten behaupten ihre dominierende Stellung mit Kernprodukten, die den Swiss Performance Index (SPI) und den MSCI Switzerland abbilden. Der Markteintritt neuer Emittenten im aktiven Segment sowie die Expansion internationaler Anleihemanager zeugen jedoch von einem sich wandelnden Markt, in dem die Differenzierung zunehmend über Produktinnovation und thematische Spezialisierung erfolgt.

Ein interessantes Element, das aus Branchenanalysen hervorgeht, betrifft den historischen Rückstand des Schweizer Retailmarktes bei der ETF-Adoption, der nun jedoch rasch aufgeholt zu werden scheint. Derzeit machen ETFs rund 20 Prozent des Schweizer Fondsmarktes aus – ein wachsender, aber im Vergleich zu anderen europäischen Märkten immer noch geringerer Anteil, was auf ein erhebliches weiteres Entwicklungspotenzial in den kommenden Jahren hindeutet.

Ausblick für das restliche Jahr 2026

Mit Blick auf die kommenden Monate dürfte der Schweizer ETF-Markt seinen Wachstumskurs fortsetzen. Analysten erwarten ein Jahr 2026, das von hoher Volatilität und Sektorrotationen geprägt sein wird, in dem eine aktive Titelauswahl und taktisches Management entscheidend sein werden. Vor diesem Hintergrund könnten aktive und thematische ETFs von einer steigenden Nachfrage profitieren, während die Stabilität des Schweizer Frankens und die Solidität der Schweizer Wirtschaft weiterhin internationales Kapital anziehen werden.

Der Schweizer ETF-Markt entwickelt sich rasant weiter und verbindet Innovation mit seinen traditionellen Wurzeln der Stabilität und Vorsicht. Das erste Quartal 2026 hat einen dynamischen Finanzplatz offenbart, der in der Lage ist, neue Emittenten anzuziehen und globale Trends – von aktiven ETFs bis hin zu Impact Investing – aufzugreifen, während er den Anlegern gleichzeitig einen effizienten und diversifizierten Zugang zu einer der widerstandsfähigsten Volkswirtschaften der Welt bietet.

Quelle : ETFWorld


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