SIX Swiss Exchange: Herr Lang, nachdem sie in den vergangenen Jahren aus Deutschland heraus den Schweizer
Markt mit Investmentlösungen bedienten hat die Commerzbank in diesem Jahr den physischen Schritt in die Schweiz
gewagt. Was waren Ihre Beweggründe hierzu? …
Philipp Lang: Geplant war dieser Schritt bereits seit längerem. Eigentlich ist das für uns die logische Konsequenz, den Erfolg unserer Produkte in der Schweiz nun auch mit dem Aufbau einer Produktpalette an der SIX Swiss Exchange und Scoach zu kompletieren. Die Schweiz ist für uns überaus bedeutend und der weitere Aufbau und die Weiterentwicklung des Geschäftes verlangte klar nach einer physischen Präsenz am hiesigen Markt. Für ein Haus wie die Commerzbank mit paneuropäischem Vertriebsansatz ist eine lokale Niederlassung unabdingbar. Zudem bestand diese Niederlassung durch die Übernahme der Dresdner Bank bereits.
Als bekannter Universalanbieter in der Welt der Strukturierten Produkte haben sie im September 2009 die Marke «ComStage» ins Leben gerufen, unter welcher Sie ihre ETFs vertreiben. Was bewog sie diesen Schritt zu tun und welche Ziele verfolgen sie mit ComStage?
Auch hier war die Ergänzung des Produktuniversums die treibende Kraft. Strukturierte Produkte und ETFs ergänzen sich einfach exzellent. Universalanbieter bezieht sich bei uns somit nicht nur auf die Welt strukutierter Produkte sondern eben auch auf ETFs. Wir sehen in letzter Zeit einen verstärkten Trend hin zur Verwendung beider Produktuniversen bei der Portfolioallokation.
Verstehen Sie sich im ETF-Bereich ebenfalls als Universalanbieter oder fokussieren sie sich auf bestimmte Anlageklassen oder Nischen?
Ziel ist es im ersten Schritt, eine möglichst breite Palette an attraktiven ETFs aufzubauen. Derzeit decken wir mit insgesamt 62 ComStage ETFs die Basiswertkategorien Aktienindizes, Anleihenindizes sowie Rohstoffe und den Geldmarkt ab. Besonders sind hierbei sicherlich die Abdeckungen der Regionenindizes der MSCI-Familie sowie die Branchenindizes aus dem STOXX-Universum.
Ihr aktuelles ETF-Produkteportfolio besteht aus 62 ETFs. Planen sie weitere Listings an der SIX Swiss Exchange?
Definitiv. Im ersten Schritt brachten wir im November des vergangnenen Jahres 51 ComStage ETFs an die SIX, im Dezember dann weitere 11. Auch in diesem Jahr werden wir das Produktangebot stetig ausbauen. Die nächsten Produkte sind bereits in der Pipeline.
Auch wenn der ETF Markt in der Schweiz boomt sind sie doch verhältnissmäsig «spät» in den hiesigen Markt eingetreten. Wie wollen sie diesen vermeintlichen Nachteil kompensieren resp. wie positionieren sie sich im Vergleich zu den etablierten Produktanbietern?
«Spät» ist relativ. Es wäre sicherlich blauäugig zu behaupten, dass wir von heute auf morgen grosse Marktanteilsverschiebungen bei den ETFs sehen werden. Richtig ist aber, dass der Markt boomt. Waren
ETFs lange Zeit Investmentvehikel insbesondere institutioneller oder professioneller Investoren so entdecken zunehmend auch Privatinvestoren den Reiz dieser Produkte. ETFs waren auch während der Krise jene Produktekategorie, die überdurchschnittlich gut nachgefragt wurden. Dass setzt sich jetzt fort. Zurück zu Ihrer Frage: Wir sehen den «späten» Einstieg nicht als Nachteil. Die vergangenen Wochen haben eindeutig gezeigt, dass durchaus mehr als ausreichend Platz, Kundeninteresse und Absatzpotenzial für einen vermeintlichen Nachzügler besteht.
Wie sehen Sie die Zukunft des ETF-Marktes?
Der Markt boomt. Ich denke das steht ausser Frage. Spannend wird es zu sehen, wie in Zukunft der Einsatz passiver Produkte Einfluss auf das aktive Management von Portfolien haben wird. Das wiederum hängt sehr stark an der Vergütungsstruktur seitens des Portfolio- bzw. Vermögensmanagement. Hier bewegt sich gerade extrem viel und so finden sich ETFs plötzlich in Mandaten, die diese Produkte trotz ihrer schlagenden Argumente bis vor kurzem nicht eingesetzt hätten. Die Zukunft ist also durchaus sehr aussichtsreich.
Quelle: ETFWorld – SIX Swiss Exchange
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