LGT : Ölpreise und Anleihenrenditen belasten Asien, US-Aktien erreichen Rekordstände

LGT Navigator : Steigende Energiepreise und hohe Finanzierungskosten setzten die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch unter Druck, nachdem neue Angriffe im Nahen Osten Sorgen um die Ölversorgung ausgelöst hatten.

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Indiens Zentralbank straffte angesichts zunehmender Inflationsrisiken erstmals seit mehr als drei Jahren ihre Geldpolitik. Europäische Aktien legten am Dienstag zu, während Zuversicht hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit der Unternehmen und der Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI) wichtige US-Leitindizes auf neue Höchststände führte. Anlegerinnen und Anleger richten ihren Blick nun auf die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank am Mittwoch, um Hinweise auf die weitere Zinsentwicklung zu erhalten.

Asiatische Aktien fallen, Indien erhöht die Zinsen

Asiatische Aktien gaben am Mittwoch trotz der Rekordschlussstände an der Wall Street nach. Japans Nikkei 225 verlor 0.4%, Südkoreas KOSPI 1.2% und Hongkongs Hang Seng 0.6%. Die nahe ihren mehrjährigen Höchstständen liegenden Renditen von US-Staatsanleihen sowie erneut steigende Ölpreise belasteten die Stimmung, wobei die Rendite zehnjähriger Anleihen auf 5.3% stieg. Die indische Zentralbank erhöhte ihren Repo-Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf 5.5%. Es war die erste Anhebung seit Februar 2023. Angesichts des sich ausweitenden Inflationsdrucks schlug sie zudem einen restriktiveren geldpolitischen Kurs ein. Indiens Nifty 50 verlor 0.4%, wobei Technologieaktien die Verluste anführten. Anlegerinnen und Anleger warteten unterdessen auf das Protokoll der September-Sitzung der US-Notenbank, das im weiteren Tagesverlauf am Mittwoch veröffentlicht wird.

Ölpreise steigen wegen Sorgen über Angriffe auf Saudi-Arabien

Die Terminkontrakte auf Brent-Rohöl stiegen um 1% auf USD 101.60 pro Barrel, während die Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) um 0.8% auf USD 90.18 zulegten. Sorgen über Lieferunterbrechungen im Nahen Osten überwogen dabei die Erholung der Ölflüsse. Saudi-Arabiens Luftfahrtbehörde meldete am Dienstag Angriffe auf Flughäfen in Jazan und Najran vor dem Hintergrund eskalierender Feindseligkeiten zwischen den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen und dem Königreich. Verstärkte iranische Angriffe auf Tanker, die die Strasse von Hormus passieren, bedrohten zudem die Erholung der Exporte durch die Meerenge. Diese Risiken überschatteten die Verbesserung der saudischen Ölversorgung. Laut dem Energieminister hatte die durch die Ost-West-Pipeline transportierte Ölmenge bis Dienstagmorgen 5.8 Millionen Barrel erreicht. Der US-Dollar-Index stieg um 0.3% auf 102.10, während Gold um 0.7% auf rund USD 4130 pro Unze nachgab. Bitcoin fiel um 1.3% auf rund USD 84’300.

US-Aktien legen zu, Indizes erreichen Rekordstände

US-Aktien verzeichneten am Dienstag Gewinne. Der S&P 500 stieg um 0.6% auf 7818.93 Punkte und der Nasdaq-100 um 0.5% auf 31’224.47 Punkte, nachdem beide im Handelsverlauf Rekordhöchststände erreicht hatten. Der Dow Jones Industrial Average legte um 0.5% auf 51’521.28 Punkte zu. Die Gewinne spiegelten die wachsende Zuversicht wider, dass US-Unternehmen hohen Energiekosten und Zinsen standhalten können, sowie den Optimismus hinsichtlich der Nachfrage nach KI. Die Aktien des Atomstromproduzenten Constellation Energy stiegen um mehr als 12%, nachdem die Google-Muttergesellschaft Alphabet einen Stromliefervertrag im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar zur Versorgung ihrer KI-Rechenzentren abgeschlossen hatte.

Einzelhandelsumsätze in der Eurozone steigen leicht

Das Absatzvolumen im Einzelhandel der Eurozone stieg im August um 0.1%, nachdem es im Juli um 0.6% zurückgegangen war. Dies geht aus den am Dienstag veröffentlichten Daten von Eurostat hervor. Gegenüber dem Vorjahr lag der Absatz um 0.8% höher, während die EU ein Wachstum von 0.1% gegenüber dem Vormonat und 1.2% gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. Die leichte Erholung in der Eurozone war auf einen Anstieg des Absatzes von Nichtlebensmitteln ohne Kraftstoffe um 0.5% sowie von Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren um 0.1% zurückzuführen. Ein Rückgang des Kraftstoffabsatzes um 1.9% glich diese Zuwächse teilweise aus. Europäische Aktien schlossen am Dienstag höher. Der Euro Stoxx 50 gewann 0.5%, der deutsche DAX stieg um 0.8% und der französische CAC 40 legte um 0.4% zu.

Schweizer Arbeitslosenquote bleibt stabil

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz blieb im September bei 3%, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft hervorgeht. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber August um 0.8% auf 140’480, lag jedoch um 5.4% über dem Vorjahreswert. Der Swiss Market Index gewann am Dienstag 0.6%.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: Industrieproduktion Deutschland (08:00), Handelsbilanz Frankreich (08:45), Devisenreserven Schweiz (09:00), Protokoll der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve (20:00).

Quelle: ETFWorld


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