LGT : Späte Quartalszahlen aus dem KI-Sektor belasten asiatische Märkte

LGT Navigator : Nach dem US-Handelsschluss am Mittwoch kamen erneut Bedenken hinsichtlich der Rentabilität von KI auf, die am Donnerstag die asiatischen Aktienmärkte und insbesondere Halbleitertitel unter Druck setzten.

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Die Wall Street und die europäischen Börsen hatten am Mittwoch dank erfreulicher Ergebnisse von SpaceX höher geschlossen, bevor weitere Quartalsberichte aus dem Technologiesektor die Stimmung trübten. In China verstärkten binnenwirtschaftliche Herausforderungen die Verluste, wodurch der Leitindex CSI 300 in einen Bärenmarkt eintrat. Auch die Ölpreise stiegen, da Berichte über Pläne für neue US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran die Befürchtungen einer weiteren Eskalation im Nahen Osten verstärkten.

Asiatische Aktien fallen nach späten US-Quartalszahlen

Die asiatischen Börsen gaben am Donnerstag nach, da die nach dem US-Handelsschluss am Mittwoch veröffentlichten Ergebnisse von Technologieunternehmen erneut Bedenken hinsichtlich der Renditen von KI-Investitionen auslösten. Südkoreas KOSPI fiel um 4%, Japans Nikkei 225 verlor 2.5% und Hongkongs Hang Seng sank um 3.2%. Halbleiteraktien gehörten zu den grössten Verlierern: Die südkoreanischen Chiphersteller SK Hynix und Samsung Electronics büssten 6% bzw. 4.4% ein, nachdem der US-Halbleiterausrüster Lam Research eine schwächer als erwartet ausgefallene Gewinnprognose vorgelegt hatte. Der festlandchinesische CSI 300 fiel um 2.1%, womit sich sein Rückgang gegenüber dem Höchststand vom Juni nach zehn aufeinanderfolgenden Wochenverlusten auf rund 20% ausweitete und der Index in einen Bärenmarkt eintrat. Schwache Unternehmensgewinne, schwindende Hoffnungen auf Konjunkturimpulse und eine verhaltene Konsumnachfrage belasteten chinesische Aktien zusätzlich, während industrielle Überkapazitäten und intensiver Wettbewerb die Gewinnmargen weiter unter Druck setzten.

Ölpreise steigen wegen Befürchtungen neuer Angriffe auf den Iran

Die Terminkontrakte auf Brent-Rohöl stiegen um 2.1% auf USD 111.15 pro Barrel, während die Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) angesichts der Befürchtungen erneuter Militäraktionen gegen den Iran um 2% auf USD 99.04 zulegten. Die New York Times berichtete unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Regierungsvertreterinnen und Regierungsvertreter, dass US-amerikanische und israelische Streitkräfte Angriffe für die Zeit nach den US-Zwischenwahlen im November vorbereiteten. Die USA wiesen zudem nicht zwingend benötigtes Regierungspersonal und dessen Familien an, Saudi-Arabien zu verlassen, da die Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi auf zivile Ziele zunahmen. Dennoch könnten US-Haushalte höhere Energiekosten besser verkraften als in früheren Jahrzehnten: Laut einem Bericht beträgt der Anteil der Benzinausgaben am verfügbaren Einkommen in den USA nur noch etwa die Hälfte des Niveaus von vor zehn Jahren. Der US-Dollar-Index sank um 0.2% auf 101.58, während Gold um 1.5% auf rund USD 4080 pro Unze fiel. Bitcoin legte um 0.2% auf rund USD 82’900 zu.

US-Aktien dank SpaceX-Ergebnissen im Aufwind

Die US-Aktienmärkte legten im Handelsverlauf am Mittwoch zu, da starke Ergebnisse des Raumfahrt- und KI-Konzerns SpaceX die Bedenken hinsichtlich der Renditen von KI-Investitionen milderten. Der Nasdaq 100 gewann 1.1% und schloss bei 29’822.52 Punkten. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0.7% auf 52’856.09 Punkte, während der S&P 500 um 0.6% auf 7757.17 Punkte zulegte. Die Aktien von SpaceX sprangen um 7.8% nach oben, nachdem das Unternehmen wieder einen Quartalsgewinn erzielt und ein stärker als erwartet ausgefallenes Umsatzwachstum gemeldet hatte. Gleichzeitig verhalfen Fusionsgespräche mit dem Elektroautobauer Tesla dessen Aktien zu einem Plus von 3.4%. Der Computer- und Serverhersteller Supermicro gewann nach starken, von der KI-Nachfrage gestützten Ergebnissen 9.6%, während der Streaminganbieter Netflix um 5.3% fiel, nachdem das Unternehmen sein schwächstes Wachstum seit Jahren gemeldet hatte.

Meta steigt, Tesla gibt nachbörsliche Gewinne ab

Die Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms legte am Mittwoch im nachbörslichen Handel zunächst um mehr als 3% zu, nachdem der Konzern für das dritte Quartal einen Rekordumsatz von USD 64 Milliarden gemeldet hatte. Dieser lag 25% über dem Vorjahreswert und übertraf die Markterwartungen. Das Unternehmen kündigte zudem einen Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins unter Einbezug stimmrechtsloser Aktien an, während der Gewinn je Aktie trotz einer rechtlichen Sonderbelastung im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit von Jugendlichen von USD 1.05 im Vorjahr auf USD 3.83 stieg. Der Elektroautobauer Tesla legte nach besser als erwartet ausgefallenen Ergebnissen für das dritte Quartal zunächst um mehr als 1% zu, drehte dann jedoch ins Minus und notierte 3.1% tiefer, da vorsichtige Aussagen der Unternehmensleitung zu Robotik und Chipfertigung die Ergebnisse überschatteten. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte USD 0.48 bei einem Umsatz von USD 28.05 Milliarden. Konzernchef Elon Musk warnte jedoch, dass bei den humanoiden Robotern noch erhebliche Entwicklungsarbeit nötig sei und das geplante Chipfertigungsprojekt längerfristig mehr als USD 100 Milliarden kosten könnte.

Europäische Aktien legen zu, EssilorLuxottica mit Kurssprung

Die europäischen Börsen stiegen am Mittwoch, da starke Quartalsergebnisse des US-Raumfahrt- und KI-Konzerns SpaceX die Technologietitel stützten. Der Euro Stoxx 50 legte um 1.5% auf 6213.45 Punkte zu und glich damit seine bisherigen Wochenverluste aus. Der Schweizer SMI gewann 0.5% auf 14’552.39 Punkte. Die Aktie des französischen Brillenkonzerns EssilorLuxottica sprang um 15.5% nach oben, nachdem eine stärker als erwartet ausgefallene Geschäftsentwicklung im dritten Quartal bei traditionellen Brillen die Bedenken hinsichtlich einer nachlassenden Nachfrage gemildert hatte. Der Softwarekonzern SAP gewann vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen 3.5%. Die Anteilsscheine der Supermarktkette Carrefour fielen um 13.8%, nachdem das Unternehmen wegen der Unruhen in Frankreich die Jahresprognose gesenkt hatte, während der Reifenhersteller Michelin nach enttäuschenden Ergebnissen für das dritte Quartal 7.2% verlor.

Steigende Inflation in Grossbritannien verstärkt Erwartungen an Zinserhöhungen

Die jährliche Inflationsrate in Grossbritannien stieg im September von 3.1% im August auf 3.5%, übertraf damit die Marktprognosen und erreichte den höchsten Stand seit fast einem Jahr, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigten. Die Treibstoffpreise erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 29.8% und trieben damit die Inflation an, da Grossbritanniens Abhängigkeit von Energieimporten das Land anfällig für Lieferunterbrechungen im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen den USA und dem Iran machte. Auch die beschleunigte Teuerung bei Dienstleistungen schürte Bedenken, dass sich der energiebedingte Preisdruck auf weitere Bereiche der Wirtschaft ausbreitete. Die Märkte rechnen im kommenden Monat mit einer Zinserhöhung der Bank of England um einen Viertelprozentpunkt auf 4%. Die meisten Händlerinnen und Händler erwarten im Dezember einen weiteren Zinsschritt in gleicher Höhe.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Comcast, Hermès, Honeywell, Kering, Lockheed Martin, L’Oréal, Nestlé, Nokia, Procter & Gamble, Union Pacific und Vinci.

Konjunkturdaten im Fokus: wöchentliche Erstanträge Arbeitslosenhilfe USA (14:30).

Quelle: ETFWorld