PIMCO – Was ist passiert: Das Beschäftigungswachstum in den USA verlangsamte sich im Juni stärker als erwartet.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
von Tiffany Wilding, Ökonomin bei PIMCO
Besonders auffällig war der Stellenabbau im Tourismus- und Gastgewerbe (-61.000), obwohl dieser Sektor aufgrund zusätzlicher Einstellungen im Zusammenhang mit der Fußball-WM eigentlich als Wachstumsimpuls galt.
Die Schwäche im Hotelgewerbe und der Gastronomie dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass der saisonale Personalaufbau in den Sommermonaten hinter dem üblichen Niveau zurückblieb. Offenbar rechneten viele Unternehmen damit, dass die weiterhin hohen Benzinpreise die Reisetätigkeit im Sommer dämpfen würden. Diese Entwicklung deckt sich mit dem Rückgang der Stellenanzeigen im Tourismus- und Gastgewerbe seit Beginn des Frühjahrs.Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) stieg im Juni lediglich um 57.000 und blieb damit deutlich hinter den Markterwartungen (113.000) sowie unseren eigenen Prognosen zurück. Zusätzlich dämpfte eine Abwärtsrevision der Beschäftigungszahlen für die beiden Vormonate um insgesamt 74.000 die Einschätzung zur Dynamik des US-Arbeitsmarktes. Trotz des schwachen Stellenaufbaus und eines deutlichen Rückgangs der Beschäftigung im privaten Sektor (-507.000) sank die Arbeitslosenquote auf 4,2 %. Ausschlaggebend hierfür war jedoch ein Rückgang der Erwerbsquote um 0,3 Prozentpunkte. Zudem fielen die in der Haushaltserhebung erfassten Beschäftigungszahlen in diesem Jahr bislang deutlich schwächer aus als die Ergebnisse der Unternehmenserhebung.
Was bedeutet das: Die Arbeitsmarktdaten unterliegen von Monat zu Monat teils erheblichen Schwankungen. Werden diese jedoch geglättet, zeigt sich, dass der US-Arbeitsmarkt im Vergleich zur zweiten Hälfte des vergangenen Jahres insgesamt etwas an Dynamik gewonnen hat. Dazu beigetragen haben dürften die nachlassende Unsicherheit im Zusammenhang mit der Handelspolitik sowie positive Impulse durch steuerliche Änderungen, die die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen gestützt haben. Im Einklang damit spricht auch die Entwicklung der Arbeitslosenquote dafür, dass diese Ende vergangenen Jahres ihren Höchststand erreicht hat und sich seither schrittweise stabilisiert.Insgesamt erscheint der Arbeitsmarkt noch immer weitgehend im Gleichgewicht und trägt derzeit nicht wesentlich zum Inflationsdruck bei. Das Lohnwachstum von 3,5 bis 4 % ist – unter Berücksichtigung eines Produktivitätswachstums von rund 2 % – mit dem langfristigen Inflationsziel der US-Notenbank von 2 % vereinbar.
Wie geht es weiter: Insgesamt handelt es sich um ein „Goldilocks“-Szenario für die US-Notenbank und die Finanzmärkte. Die Daten verschaffen der Fed zusätzlichen Spielraum, um die weitere Entwicklung auf Basis neuer Konjunkturdaten zu beurteilen. Gleichzeitig dürften sie die Markterwartungen hinsichtlich unmittelbar bevorstehender Zinssenkungen etwas dämpfen.
Quelle: ETFWorld
Newsletter



