Chammas Wahid

Renaissance europäischer Aktien

Europäische Aktien sind attraktiv wie nie: Die Makrodaten lassen eine Erholung der Eurozone erwarten und die Unternehmen stehen in den Startlöchern. Sie haben gelernt, auch in schweren Zeiten ihre Gewinne zu steigern…..

Wahid Chammas – Janus Capital Group Inc.


Die Eurozone kehrt zum Wachstum zurück. Das zeigen  die europäischen Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im zweiten Quartal. Und auch die anderen Indikatoren wie Produktions-  und Dienstleistungsdaten,  der Einkaufsmanagerindex (PMI), die Daten  zur Industrieproduktion (IP), die Einzelhandelsumsätze  sowie Stimmungsindikatoren weisen auf einen positiven wirtschaftlichen Trend in ganz Europa
hin.  
„Deutschland, Grossbritannien und die skandinavischen  Länder wachsen jetzt mit derselben Geschwindigkeit wie die USA“, stellt Wahid Chammas, Europa-Experte  bei Janus, fest. Frankreich hat sich auf niedrigem Niveau  stabilisiert, während Italien und Spanien sich zumindest  einem Nullwachstum nähern. Die Benelux-Staaten  entwickeln sich stabil, während in Ländern wie Österreich und Polen ein leichter Aufwärtstrend der PMI-Daten zu einem BIP-Wachstum von etwa 1 bis 2 Prozent geführt hat. Auch andere kleine Länder an der EU-Peripherie  konnten ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern: So verzeichnete  Irland auf das Jahr gerechnet ein Wachstum  von mehr als 1 Prozent, Portugals Wachstumsrate betrug  im zweiten Quartal 1,1 Prozent. „Und auch für Griechenland dürfen wir ab Anfang des nächsten Jahres endlich ein leichtes Wachstum erwarten“, meint Chammas.  
Diese Daten kommen in einer Situation, in der die Europäische Zentralbank (EZB) noch Spielraum zum Erwerb von Anleihen hat. Darüber hinaus haben die Rückzahlungen von Langfrist-Tendern (LTRO) durch Banken  bereits geholfen, die Bilanz der EZB um 60 Prozent zu  schrumpfen. „Das könnte zu einem weiteren Programm  mit Fokus auf
mittelständische Unternehmen und Asset Backed Securities führen“, glaubt der Experte.  
Wie positiv die jüngsten Wirtschaftsdaten in dieser Situation aufgenommen wurden, zeigt die Entwicklung des Citigroup Economic Surprise Index für die Eurozone. Dieser Index vergleicht veröffentlichte wirtschaftliche Daten mit den  Markterwartungen und stieg zuletzt stark an.  „Natürlich sind wir uns des  anhaltenden Gegenwinds für die  Region
bewusst“, sagt Fondsmanager Chammas. „Dennoch sind wir begeistert von der Vielzahl der Möglichkeiten, die europäische Aktien bieten.“ Denn die Erholung zeichne sich zu einer Zeit ab, in der die europäischen Unternehmen nicht nur günstiger bewertet, sondern auch  besser aufgestellt sind als je zuvor. In der Vergangenheit  haben die Märkte europäische Firmen für ihre geografische  Lage abgestraft. Kontinentaleuropäische Aktien befinden sich im Vergleich zu anderen Aktienindizes wie dem S&P 500 auf dem tiefsten Stand in den vergangenen  40 Jahren. Im Vergleich mit festverzinslichen Wertpapieren sind sie besser bewertet als jemals zuvor. Zudem haben die Unternehmen in den letzten Jahren solide gewirtschaftet.  
Nach Chammas’ Einschätzung: „Europa ist  so niedrig  verschuldet wie nie zuvor. Die Unternehmen nutzen derzeit fast zu wenig Fremdkapital.“ Die jüngste Periode negativen Wachstums in Europa  habe das Wachstumspotenzial der Unternehmen auf vielfältige Weise verbessert, meint der Experte. Seit einiger  Zeit operieren sie in einem von langsamem Wachstum geprägten Umfeld. Trotz dieser widrigen Umstände ist es vielen europäischen Firmen gelungen, ihre Gewinne  zu erhöhen. Denn mit Verweis auf die zahlreichen staatlich  beschlossenen Sparprogramme fällt es auch ihnen  leichter, Kostensenkungsmassnahmen zur Steigerung  von Produktivität und Rentabilität leichter durchzusetzen.  „Noch sind die Gewinnspannen  und Eigenkapitalrenditen in den  USA höher“, sagt Wahid Chammas.  „Doch derzeit nehmen europäische  Unternehmen von Banken  bis hin zu Industriekonzernen  opportunistisch Gelegenheiten  wahr, um Produktivität und Margen zu verbessern und zu den US-Unternehmen aufzuschliessen.
“Er sieht noch einen weiteren Vorteil: Die Umsätze der  im MSCI Europe Index enthaltenen Unternehmen sind über viele Regionen diversifiziert, 54 Prozent der Erträge stammen aus Übersee. Diese globale Erwerbsstruktur  bedeute, dass viele Unternehmen vor wirtschaftlichen  Problemen in einer Region geschützt sind, da sie trotzdem hervorragende Chancen haben, in  einer anderen Region weiterhin Gewinne zu erzielen.
Eine Investition in Europa biete deshalb auch die Möglichkeit, vom globalen Wachstum zu profitieren.  „Anleger sollten nicht vergessen, dass Unternehmen  keine Wirtschaftsräume sind“, bilanziert Chammas. „Europäische  Firmen werden bereits seit Dekaden mit einem  heftigen Bewertungsabschlag gehandelt  –  doch sie haben  viele Möglichkeiten, für Überraschungen zu sorgen.“

Quelle: ETFWorld – Janus Capital Group Inc. 


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