Marktkommentar zu europäischen ETFs für das 4. Quartal 2012…
Angesichts abnehmender Sorgen um die Staatsschuldenkrise in der Eurozone und zaghafter Anzeichen für eine Erholung der Weltwirtschaft konnten europäische ETFs im 4. Quartal die stärksten Zuflüsse in einer Dreimonatsperiode seit mindestens zwei Jahren verbuchen. Das Plus an Netto-Neugeldern belief sich auch aufgrund der stärkeren Nachfrage nach Aktien-ETFs in Europa und den Schwellenmärkten auf USD 11,3 Mia. Die hohe Nachfrage im Jahresverlauf nach Fixed-Income-Trackern unterstützte den Anstieg des verwalteten Vermögens von europäischen ETFs um 21 % auf USD 328,2 Mia. Im Vergleich dazu stieg der MSCI World Index letztes Jahr um 13 %.
Anleger in Europa wieder risikobereiter
Die Staatsschuldenkrise in der Eurozone ist in eine neue Phase eingetreten, nachdem die Regierungen den Bailout-Programmen zugestimmt hatten und die Europäische Zentralbank das Versprechen ihres Präsidenten Mario Draghi vom Juli, wonach die EZB «alles tun werde, um den Euro zu erhalten», mit zusätzlichen Liquiditätszusagen untermauert hatte. Fonds mit Anlageschwerpunkt auf Deutschland und Frankreich verbuchten Abflüsse, weil Investoren ihre Positionen in den Peripherieländern ausbauten und ihre Gelder in regionale oder länderspezifische ETFs von als unterbewertet geltenden Ländern wie etwa Italien umschichteten. Fonds mit Europa-Ausrichtung waren 2012 mit Nettoneugeldern in Höhe von USD 4,13 Mia. die regionalen ETFs mit den grössten Zuflüssen.
Schwellenländer durch leichten Wachstumsanstieg gestützt
Weniger Bedenken hinsichtlich der weltwirtschaftlichen Entwicklung liessen die Nachfrage nach Anleihen und Aktien aus Lateinamerika und der Asien-Pazifik-Region wieder anziehen. Da sich andeutete, dass die chinesische Wirtschaft wieder an Dynamik gewinnt, entfielen 2012 auf das Reich der Mitte mit USD 1,16 Mia. die grössten länderspezifischen ETF-Zuflüsse, während Russland und Brasilien auf den Plätzen dahinter folgten. Die Nachfrage nach Emerging-Market-ETFs und die gestiegene Risikobereitschaft hinsichtlich der Eurozone führten im zweiten Halbjahr zu einem rekordhohen Nettoneugeldzufluss von USD 10,4 Mia.
Solide Nachfrage nach Fixed-Income-Trackern
Die konstante Nachfrage im Jahresverlauf ermöglichte einen Anstieg der Nettoneugelder in dieser Anlageklasse um 31 % auf USD 11,07 Mia., nachdem 2011 noch mehr Mittel ab- als zugeflossen waren. Die Umschichtung in Schwellenländer und Unternehmensanleihen gründet in der geringeren Risikoaversion und dem Interesse an ertragsreicheren Fonds. Zum Jahresende fanden Sovereign Debt-Fonds unter Anlegern wieder Gefallen, weil die Sorgen um die Eurozone abgenommen hatten.
ETFs werden physischer
Was die Regulierung der ETFs in Europa anbelangt, wurden wichtige Meilensteine erreicht und Fragen geklärt, welche 2011 und Anfang vergangenen Jahres Politik und Medien beschäftigt hatten. Mit Nettoneugeldern in Höhe von USD 21,39 Mia. im Jahre 2012 dominierten physisch replizierte Fonds die Zuflüsse, sodass auf sie am Ende des letzten Jahres 62 % des verwalteten Vermögens und somit beinahe 3 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr entfielen.
Ausführliche Informationen entnehmen Sie bitte dem vollständigen Marktkommentar über europäische ETFs für das 4. Quartal 2012 (PDF in englisch).
CS ETFs Sales Strategy, Bloomberg, 31.12.2012
Source: ETFWorld.ch
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