LGT : Ölpreissprung drückt Aktienkurse

LGT Navigator : Die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran trieben die Ölpreise am Mittwoch höher und schürten die Befürchtung, dass ein Energieschock den Inflationsdruck verlängern und die Zinsen auf einem hohen Niveau halten könnte.

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Europäische und US-Aktien schlossen am Dienstag tiefer, wobei vor allem Technologiewerte unter den steigenden Staatsanleihenrenditen litten. Die asiatischen Märkte weiteten ihre Verluste am Mittwoch aus, angeführt von deutlichen Rückgängen in Japan und Südkorea, während Anlegerinnen und Anleger die Aussicht auf eine restriktivere Geldpolitik beurteilten. Im weiteren Tagesverlauf richten die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf den Zinsentscheid der Bank of Canada und US-Arbeitsmarktdaten.

Die Ölpreise stiegen am Mittwoch, nachdem die USA und der Iran weitere Angriffe ausgetauscht hatten. Dies verstärkte die Sorge vor Lieferunterbrechungen in der Strasse von Hormus. Futures auf Brent-Rohöl legten um 4.1% auf USD 95.35 pro Barrel zu, während Futures auf West Texas Intermediate (WTI) um 0.4% auf USD 90.59 pro Barrel stiegen. Zuvor hatten US-Streitkräfte den Iran angegriffen, während Teheran Berichten zufolge Kuwait, Jordanien und Bahrain mit Drohnen und Raketen attackierte. Ein Tanker wurde am Montag bei der Durchfahrt durch die Meerenge von drei unbekannten Geschossen getroffen, was die Risiken für die Schifffahrt in dem seit Februar andauernden Konflikt unterstreicht. Der US-Dollar-Index stieg um 0.1% auf 99.74 Punkte, während Gold um 0.1% auf rund USD 4320 pro Unze nachgab und Bitcoin um 1.9% auf rund USD 77’700 fiel.

Asiatische Aktien fallen mit steigenden Ölpreisen

Die asiatischen Aktienmärkte fielen am Mittwoch deutlich, da höhere Ölpreise und Anleihenrenditen die Sorge wieder aufkommen liessen, dass die Zentralbanken ihre Geldpolitik restriktiv halten müssen. Japans Nikkei 225 verlor 2.7%, Südkoreas KOSPI sank um 3.4%, Hongkongs Hang-Seng-Index gab um 0.8% nach und Chinas CSI 300 verlor 1.1%. Australiens S&P/ASX 200 fiel um 0.9%, nachdem die australische Wirtschaft im zweiten Quartal um 0.4% gewachsen war und das jährliche Wachstum damit 2.1% erreichte. Die neuseeländische Zentralbank erhöhte ihren Leitzins unterdessen um 25 Basispunkte auf 2.75%.

US-Aktien fallen wegen wachsender Inflationssorgen

US-Aktien gaben am Dienstag nach, da steigende Ölpreise und Sorgen über eine wieder anziehende Inflation insbesondere die zinssensiblen Technologiewerte belasteten. Der Nasdaq-100 verlor 1.3% auf 29’077.22 Punkte, während der S&P 500 um 0.7% auf 7631.47 Punkte fiel und der Dow Jones Industrial Average um 0.8% auf 52’766.88 Punkte nachgab. Neben den höheren Ölpreisen belasteten steigende Treasury-Renditen die Aktienmärkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag bei 4.8% und damit auf dem höchsten Stand seit Januar 2025, während die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen 4.4% betrug. Dies erhöhte den Druck auf Technologie- und andere Wachstumswerte.

US-Stellenangebote stabil, Industrieaktivität schwächer

Die Zahl der offenen Stellen in den USA blieb im Juli mit 7.3 Mio. gegenüber den nach unten revidierten 7.2 Mio. im Juni weitgehend unverändert, wie am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten. Sowohl die Neueinstellungen als auch die gesamten Stellenabgänge gingen von 5.3 Mio. auf 5.1 Mio. zurück, während die freiwilligen Kündigungen auf 3.1 Mio. sanken und die Entlassungen auf 1.7 Mio. zurückgingen. Unterdessen fiel der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im August von 55.6 auf 54.6 Punkte, blieb jedoch den achten Monat in Folge über der Expansionsschwelle. Insgesamt deuten die Daten auf eine nur allmähliche Abkühlung des Arbeitsmarkts bei einer anhaltenden Expansion der Industrie hin. Der weiterhin hohe Preisdruck im verarbeitenden Gewerbe könnte die Federal Reserve zudem in ihrem vorsichtigen Ansatz bei geldpolitischen Lockerungen bestärken.

Inflation in der Eurozone beschleunigt sich deutlich

Die jährliche Inflation in der Eurozone dürfte sich im August laut den am Dienstag von Eurostat veröffentlichten Daten auf 3.3% beschleunigt haben, nach 2.9% im Juli und 2% im Vorjahr. Die Energieinflation stieg von 10.3% auf 14.3% und war damit ein wesentlicher Treiber des Anstiegs, während die Dienstleistungsinflation von 3.3% auf 3% zurückging und die Kerninflation leicht auf 2.4% sank. Der erneute Anstieg der Gesamtinflation, die damit noch weiter über das mittelfristige Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2% stieg, verstärkte die Markterwartungen einer Zinserhöhung durch die Zentralbank in der kommenden Woche. Europäische Aktien schlossen am Dienstag uneinheitlich: Der Euro Stoxx 50 verlor 0.8%, der deutsche DAX 1.1% und der französische CAC 40 0.4%, während der Swiss Market Index um 0.3% stieg.

Industriewachstum in der Eurozone erreicht Vierjahreshoch

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone stieg im August von 51.9 auf 52.7 Punkte und erreichte damit laut den am Dienstag veröffentlichten Daten den höchsten Stand seit 51 Monaten. Die Industrieproduktion expandierte so stark wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr, während die Neuaufträge dank einer Erholung der Exportnachfrage den kräftigsten Anstieg seit Anfang 2022 verzeichneten. Deutschland und Frankreich trieben die Verbesserung an.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Broadcom und Prosus.

Konjunkturdaten im Fokus: ADP-Arbeitsmarktbericht USA (14:15), Zinsentscheidung der Bank of Canada (15:45), Auftragseingänge langlebiger Güter USA (16:00), Beige Book der Federal Reserve (20:00).

Quelle: ETFWorld


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