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AllianzGI: SNB setzt angesichts globaler Unsicherheit auf einen starken Franken statt Zinserhöhungen

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AllianzGI: Wir erwarten, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) bei ihrer Sitzung am 18. Juni die Zinsen unverändert belässt. Die niedrige Inlandinflation und der starke Franken verringern die Notwendigkeit einer geldpolitischen Straffung.

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 von Martina Honegger-Romahn, Lead Portfolio Manager Fixed Income Switzerland


  • Die Entwicklung des Wechselkurses bleibt für den geldpolitischen Ausblick von zentraler Bedeutung, da die Stärke des Frankens die importierte Inflation weiterhin abfedert.
  • Während steigende Energiepreise globale Inflationsrisiken mit sich bringen, dürfte die SNB einen vorsichtigen, datenabhängigen Ansatz beibehalten.

Im Vorfeld der Sitzung am 18. Juni erwarten wir, dass die SNB ihren aktuellen geldpolitischen Kurs beibehält und sich nicht der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der Straffung der Geldpolitik anschliesst. Während die Inflation in weiten Teilen Europas weiterhin Anlass zur Vorsicht gibt, liegt die Schweizer Verbraucherpreisinflation derzeit bei etwa 0,6 % und damit deutlich unter den im Euroraum beobachteten Werten. Zudem notiert der Schweizer Franken gegenüber dem Euro weiterhin auf historisch hohen Niveaus, was einen Abwärtsdruck auf die importierte Inflation ausübt.

Auch das inländische Wirtschaftsumfeld spricht gegen eine Straffung der Geldpolitik. Die Wachstumserwartungen bleiben gedämpft, und der Schweizer Exportsektor sieht sich weiterhin mit schwierigen Bedingungen bei der Auslandsnachfrage konfrontiert, insbesondere aus Europa. In diesem Umfeld könnte eine weitere Straffung durch die EZB eine gewisse Entlastung bringen, indem sie den Aufwärtsdruck auf den Schweizer Franken verringert und eine moderate Abwertung gegenüber dem Euro ermöglicht, was die Schweizer Wirtschaftsaktivität stützen würde.

Geopolitische Risiken und die Rolle des Frankens als sicherer Hafen

Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und die Sperrung der Strasse von Hormus haben zu einem starken Anstieg der Öl- und Erdgaspreise geführt. Sollten diese Störungen anhalten, könnten höhere Energiekosten weltweit, einschliesslich in der Schweiz, einen erheblichen Inflationsimpuls auslösen.

In einem solchen Szenario würde der Schweizer Franken aufgrund seines traditionellen Status als sicherer Hafen wahrscheinlich aufwerten. Eine stärkere Währung würde zwar Herausforderungen für Exportunternehmen mit sich bringen, gleichzeitig aber die importierte Inflation dämpfen, indem die Lokalwährungskosten für Energie und andere Importgüter sinken.

Wie bereits während der Inflationsphase im Jahr 2022 zu beobachten war, könnte die SNB bereit sein, eine weitere Aufwertung des Schweizer Frankens zu tolerieren und möglicherweise sogar zu begrüssen, sofern dies zur Wahrung der Preisstabilität beiträgt. In einem solchen Umfeld könnte die Währung zu einem wichtigeren geldpolitischen Steuerungsinstrument werden als höhere Zinsen. Dies würde es der SNB ermöglichen, den Inflationsdruck einzudämmen und gleichzeitig die Notwendigkeit einer zusätzlichen geldpolitischen Straffung zu begrenzen.

Im Fokus: Die Rhetorik der SNB zum Franken

Die wichtigste Botschaft der Juni-Sitzung dürfte nicht der Leitzins selbst sein, sondern vielmehr die Einschätzung der SNB zum Schweizer Franken. Sollte die SNB bekräftigen, dass die Wechselkursstärke weiterhin die Preisstabilität stützt, dürften die Märkte dies als Signal interpretieren, dass die Entscheidungsträger weiterhin mit einer starken Währung zufrieden sind und keine dringende Notwendigkeit für eine Straffung der Geldpolitik sehen. Eine solche Rhetorik würde die Erwartungen verstärken, dass die Schweizer Zinsen am kurzen Ende im Vergleich zu anderen Industrieländern stabil bleiben.

Umgekehrt könnte jeder Hinweis darauf, dass die Entscheidungsträger sich Sorgen über eine übermässige Stärke des Frankens oder dessen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum machen, als eher zurückhaltendes Signal interpretiert werden und eher sogar Erwartungen an künftige geldpolitische Lockerungsmassnahmen verstärken, sollte die Inflation unter dem Zielwert bleiben.

Ausblick: Wechselkurs ebenso wichtig wie Leitzins

Unser Basisszenario geht weiterhin davon aus, dass die SNB einen vorsichtigen und datenabhängigen Ansatz verfolgt. Zwar haben die globalen Inflationsrisiken zugenommen, insbesondere nach den jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten, doch bleibt der Schweizer Franken ein wichtiger Puffer gegen importierten Preisdruck. Daher könnte sich der Wechselkurs in den kommenden Quartalen als ebenso wichtig wie der Leitzins für die Gestaltung der SNB-Politik erweisen.

Quelle: ETFWorld


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