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DNCA : Gold unter Druck – trotz geopolitischer Spannungen

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DNCA – Der Konflikt im Nahen Osten hat ein unerwartetes „Kollateralopfer“ gefordert: Gold.

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Von Pierre Pincemaille, Portfoliomanager bei DNCA


Während geopolitische Schocks in der Vergangenheit den Goldpreis regelmässig gestützt haben – durch steigende Unsicherheit und erhöhte Risikoaversion –, verzeichnete das Edelmetall im März einen Rückgang von 12 %. Damit war es die schwächste Monatsperformance seit 2008.

Kommentatoren führen diese Korrektur vor allem auf Liquiditätsfaktoren zurück, etwa Gewinnmitnahmen oder vermehrte Margin Calls. Doch entscheidender ist die Frage, wie es um die fundamentalen Treiber steht, die den langfristigen Wert von Gold bestimmen.

Staatsverschuldung als struktureller Treiber

Auch wenn derzeit vor allem die Spannungen rund um die Strasse von Hormus die Schlagzeilen dominieren, liegt ein zentraler Treiber der Goldhausse an anderer Stelle: in der Entwicklung der Staatsverschuldung.

Seit der Finanzkrise 2008 hat die zunehmende Verschuldung wesentlich zur Aufwertung von Gold beigetragen – und ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar. Der Internationale Währungsfonds warnt in seinem jüngsten Bericht vor einer weiteren Verschlechterung der öffentlichen Finanzen in den USA, aber auch in China und Europa. Ohne Gegenmassnahmen könnte die globale Staatsverschuldung bis 2029 auf 100 % des weltweiten BIP steigen (nach 94 % im Jahr 2025) – ein Niveau wie nach dem Zweiten Weltkrieg.

Dies dürfte das Vertrauen in Staatsanleihen als vermeintlich risikofreie Anlage weiter untergraben.

Zentralbanken zwischen Käufer und Verkäufer

Neben diesen strukturellen Faktoren haben auch die Zentralbanken die Entwicklung des Goldpreises massgeblich beeinflusst. Seit dem Einfrieren der Dollarreserven der russischen Zentralbank im Jahr 2020 haben insbesondere Schwellenländer ihre Goldbestände erhöht, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren.

Allerdings hat die Türkei dieses Muster zuletzt durchbrochen: Im März verkaufte ihre Zentralbank rund 52 Tonnen Gold, um die Volatilität der Landeswährung zu begrenzen. Dies schürte Befürchtungen, dass andere Länder – insbesondere im Nahen Osten – ähnlich vorgehen könnten.

Ein genauerer Blick relativiert diese Sorgen jedoch: Der Goldanteil an den Reserven der Golfstaaten liegt deutlich unter dem Niveau der Türkei (zwischen 4 % und 30 % gegenüber rund 60 %), und ihre Währungen sind an den US-Dollar gekoppelt. Zudem basiert das türkische Modell auf einem spezifischen Mechanismus, bei dem ein Teil der Goldbestände faktisch den Geschäftsbanken gehört und zur Liquiditätssteuerung dient.

China bleibt auf Käuferseite

Im Gegensatz dazu bleibt China ein stabiler Käufer. Nachdem das Land bereits 2025 zu den grössten institutionellen Goldkäufern zählte, hat die chinesische Zentralbank auch 2026 ihre Strategie fortgesetzt und im März rund fünf Tonnen Gold erworben.

Darüber hinaus sehen Marktbeobachter weiteres Potenzial: Im Rahmen eines nationalen Pilotprojekts haben bislang nur etwa die Hälfte der zugelassenen Versicherungen tatsächlich in Gold investiert – was auf zusätzliche Nachfrage hindeutet.

Geldpolitik und reale Zinsen im Fokus

Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt die US-Geldpolitik – insbesondere angesichts der engen historischen Korrelation zwischen realen Zinsen und Goldpreis.

Die aktuelle Situation wird zusätzlich durch den Führungswechsel an der Spitze der US-Notenbank erschwert. Der designierte Fed-Präsident Kevin Warsh hat bereits einen möglichen „Regimewechsel“ in der Geldpolitik angedeutet und zentrale Elemente der bisherigen Strategie kritisiert.

Bis mehr Klarheit besteht, dürfte jedoch zunächst Kontinuität dominieren – ein Szenario, das derzeit auch von den Märkten eingepreist wird.

Gold bleibt strategisch relevant

Nach der jüngsten Korrektur gehört Gold laut Umfragen nicht mehr zu den überfüllten Konsenspositionen. Stattdessen stehen derzeit Sektoren wie Halbleiter oder Energie stärker im Fokus der Investoren.

Gerade vor dem Hintergrund wachsender Unsicherheit – geprägt durch Inflationsrisiken, geopolitische Fragmentierung und eine mögliche Neubewertung von Wachstumsperspektiven – dürfte Gold jedoch seine Rolle als Diversifikationsinstrument erneut unter Beweis stellen.

Mit Blick auf wichtige bevorstehende Ereignisse – darunter ein mögliches Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping, die nächste Fed-Sitzung sowie der NATO-Gipfel – bleibt das Umfeld für das Edelmetall anspruchsvoll, aber zugleich strategisch relevant.

Quelle: ETFWorld

 


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