Invesco : Der Konflikt im Nahen Osten hat die Verwundbarkeit globaler Rohstoffmärkte erneut in den Vordergrund gerückt.
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Angebotsschocks sind kein isoliertes Phänomen mehr, sondern ein wiederkehrendes Merkmal des geopolitischen Umfelds. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie Portfolios gegen solche Störungen abgesichert werden können – und welche Rolle Rohstoffe dabei spielen könnten.
Der vergangene Monat war für die meisten Anlageklassen schwierig: Aktien, Anleihen und Immobilien verzeichneten allesamt Verluste. Rohstoffe hingegen legten um 14 Prozent zu. Die Zuflüsse in Rohstoff-Anlagefonds blieben dennoch gering, ein Hinweis darauf, dass viele Anleger diese Anlageklasse in ihrer Portfolioplanung noch wenig berücksichtigen.
Gold und Silber entwickelten sich zuletzt schwächer. Hintergrund waren Verkäufe durch Zentralbanken und staatliche Reservemanager, die damit ihren Liquiditätsbedarf deckten. Die Türkei etwa veräusserte Gold im Wert von über 8 Milliarden US-Dollar. An der langfristigen Einschätzung ändert das wenig: Edelmetalle bleiben ein bewährtes Instrument, das sich als möglicher Schutz vor Kaufkraftverlust anbietet, und dürften mittelfristig von steigenden Kapitalzuflüssen profitieren.
Warum breite Rohstoffe besser zur Streuung beitragen
Breit gestreute Rohstoffinvestitionen schnitten in diesem Umfeld besser ab. Sie profitieren direkt von angebotsgetriebener Inflation, also genau in jenen Phasen, in denen Aktien und Anleihen gleichzeitig unter Druck geraten.
Der Grund liegt in den unterschiedlichen Preistreibern: Rohstoffe reagieren auf Wetter, Geopolitik, Produktionsengpässe und Lagerzyklen, nicht auf Unternehmensgewinne oder Zinserwartungen. Historisch weisen sie eine deutlich höhere Korrelation mit der Teuerung auf als Aktien oder Anleihen, was sie in einem inflationären Umfeld zu einer sinnvollen Portfolioergänzung macht.
Abb. 1: Rohstoffe als einzige Anlageklasse mit positivem Ertrag
Quelle: Invesco, Bloomberg, 31. März 2026.
Ein breit gestreuter Rohstoffkorb umfasst bis zu 25 Rohstoffe aus vier Gruppen: Energie, Edelmetalle, Landwirtschaft und Industriemetalle. Da diese Gruppen wenig miteinander korrelieren, die Wechselbeziehung liegt bei maximal 40 Prozent, trägt ein solcher Korb erheblich zur Streuungswirkung im Portfolio bei.
Rohstoffe als Absicherung in einem veränderten Umfeld
Die Ereignisse im Nahen Osten haben gezeigt, dass geopolitische Störungen Lieferketten und Rohstoffmärkte kurzfristig erheblich beeinflussen können. Unternehmen und Staaten reagieren darauf mit dem Aufbau grösserer Reserven und einer breiteren Abstützung ihrer Versorgungsstrukturen. Rohstoffe können in diesem Umfeld zwei Funktionen erfüllen: Sie können Schutz vor angebotsgetriebenen Preissteigerungen bieten und ergänzen traditionelle Anlageklassen im Portfolio.
Quelle : ETFWorld
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