LGT : Chinas Wachstum sorgt für Entspannung angesichts der KI-Sorgen

LGT Navigator : Die am Montag veröffentlichten Wachstumszahlen aus China fielen besser aus als erwartet und sorgten für etwas Zuversicht hinsichtlich des Konjunkturausblicks.

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Die kräftigen Exporte verdeckten jedoch weiterhin die Schwäche der Binnennachfrage und des Immobiliensektors. Die Aktien auf dem chinesischen Festland hielten sich stabil, während sich die übrigen asiatischen Aktienmärkte uneinheitlich entwickelten. Anlegerinnen und Anleger blieben angesichts der Kosten und potenziellen Renditen des KI-Investitionsbooms vorsichtig. Diese Bedenken hatten am Freitag an der Wall Street zu einem von Technologiewerten angeführten Rückgang geführt. Europäische Aktien legten dagegen trotz einer Beschleunigung der Inflation in der Eurozone zu. Die Börse in Hongkong bleibt am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.

Chinas Wirtschaft wuchs im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 4.5%, nach 4.3% im Vorquartal, und übertraf damit die Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen. Dies zeigten die am Montag veröffentlichten Daten. Die Exporte von Chips und elektronischen Bauteilen profitierten von der weltweiten Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Sie trugen dazu bei, dass das Wachstum in den ersten neun Monaten durchschnittlich 4.6% erreichte und damit innerhalb der jährlichen Zielspanne Pekings von 4.5% bis 5% lag. Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze beschleunigte sich im September gegenüber dem Vorjahr auf 1.1%, nach 0.4% im August. Die Anlageinvestitionen gingen in den ersten neun Monaten jedoch um 7.2% zurück, was dem bis August verzeichneten Rückgang entsprach, während die Immobilieninvestitionen um 20.2% schrumpften. Die Zahlen verdeutlichen eine zunehmend ungleichmässige Erholung, bei der starke Exporte des verarbeitenden Gewerbes die verhaltene Binnennachfrage und den anhaltenden Abschwung am Immobilienmarkt ausgleichen.

Chinesische Aktien trotz regionaler KI-Sorgen stabil

Der CSI 300 auf dem chinesischen Festland zeigte sich am Montag kaum verändert, nachdem er dank besser als erwarteter Konjunkturdaten seine anfänglichen Verluste aufgeholt hatte. Die Börse in Hongkong blieb wegen eines Feiertags geschlossen. Die übrigen asiatischen Aktienmärkte entwickelten sich uneinheitlich, da Bedenken hinsichtlich der Finanzierung und Rentabilität von Investitionen in künstliche Intelligenz weiterhin auf Technologiewerten lasteten. Japans Nikkei 225 verlor 0.7%, während Südkoreas Kospi um 0.5% zulegte. Indonesiens Jakarta Composite fiel um mehr als 5% und setzte damit die starken Verluste der Vorwoche fort, nachdem MSCI gewarnt hatte, dass das Land seine Einstufung als Schwellenmarkt verlieren könnte. Australiens S&P/ASX 200 stieg um 0.4%, während Indiens Nifty 50 um 0.3% nachgab.

Ölpreise sinken nach Bericht über Putins Vorschlag

Die Terminkontrakte auf Brent-Rohöl verbilligten sich um 1.9% auf USD 107.77 je Barrel, während die Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) um 1.7% auf USD 97.32 je Barrel nachgaben. Zuvor hatte das Wall Street Journal am Montag berichtet, dass der russische Präsident Wladimir Putin Gespräche mit US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping vorgeschlagen habe, um ein Ende des Krieges in der Ukraine auszuhandeln. Der US-Dollar-Index zeigte sich mit 101.82 kaum verändert, während Gold um 0.5% auf rund USD 4180 je Unze zulegte.

US-Aktien fallen angesichts von Sorgen um KI-Finanzierung

Die Aktienindizes in New York gaben am vergangenen Freitag nach. Der Nasdaq 100 fiel um 2.5% auf 29’187.55 Punkte, der S&P 500 verlor 1.1% auf 7659.44 Punkte und der VIX stieg um 21.5% auf 19.99, da Anlegerinnen und Anleger die Finanzierungskosten und Rentabilität von KI-Investitionen hinterfragten. Der Dow Jones Industrial Average gab um 0.3% auf 52’002.41 Punkte nach, verbuchte auf Wochensicht jedoch einen Gewinn von 0.7%. Dabei stützte ihn sein geringeres Gewicht grosser Technologiewerte. Der KI-Cloud-Dienstleister Coreweave verlor 11.9%, da die Bedenken hinsichtlich seiner Finanzlage trotz beschwichtigender Aussagen von Nvidia-Konzernchef Jensen Huang anhielten. Steigende Ölpreise verstärkten die Inflationssorgen, nachdem Abgeordnete einen Gesetzentwurf eingebracht hatten, um die Pläne von US-Präsident Trump zu blockieren, mehr russischen Diesel auf die Weltmärkte zu bringen.

Inflation in der Eurozone beschleunigt sich auf 3.8%

Die Verbraucherpreise in der Eurozone stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 3.8%, nach 3.2% im August und 2.2% ein Jahr zuvor, wie Eurostat am Freitag mitteilte. Energie war der Haupttreiber der Beschleunigung: Der jährliche Preisanstieg erreichte 18.9%, nach 14.3% im August, während die Teuerung bei Dienstleistungen von 3% auf 3.2% zunahm. Die Kerninflation, die Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausschliesst, erhöhte sich leicht von 2.4% im August auf 2.5%. Europäische Aktien schlossen am Freitag höher: der Euro Stoxx 50 gewann 0.6%, der deutsche DAX stieg um 1% und der französische CAC 40 legte um 0.3% zu. Der Swiss Market Index gewann in der jüngsten Handelssitzung 0.3%.

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Konjunkturdaten im Fokus: Monatsbericht der Bundesbank (12:00), Verbraucherpreisindex Kanada (14:30).

Quelle: ETFWorld