LGT Navigator : Die Wall Street legte am Mittwoch zu, nachdem die Federal Reserve (Fed) trotz zunehmenden Inflationsdruck auf eine weitere Zinserhöhung verzichtet hatte.
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Europäische Börsen schlossen uneinheitlich, während enttäuschende Ergebnisse von Alphabet und Samsung die asiatischen Aktienmärkte am Donnerstag unter Druck setzten. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank heute Nachmittag. Die Quartalszahlen von Amazon werden zudem zeigen, wie zuversichtlich Anlegerinnen und Anleger mit Blick auf den KI-Investitionsboom aktuell sind.
Fed hält Zinsen trotz steigender US-Inflation unverändert
Die Fed beliess ihren Leitzins am Mittwoch nach der Erhöhung im Vormonat bei 3.75%-4.00%, obwohl zwei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses eine weitere Anhebung um einen Viertelprozentpunkt befürworteten, nachdem die US-Verbraucherpreisinflation sich im September auf 3.7% beschleunigt hatte, nach 3.4% im August. Die Kernrate, die Lebensmittel- und Energiepreise ausschliesst, stieg von 2.4% auf 2.6%. Fed-Präsident Kevin Warsh räumte ein, dass die Preisstabilität noch nicht erreicht sei und die Notenbank vor ihrem nächsten geldpolitischen Schritt weitere Daten abwarten wolle. Der US-Dollar-Index legte leicht um 0.1% auf 102.25 zu, während Gold um 1% auf rund USD 4030 je Unze nachgab. Die Renditen von US-Staatsanleihen sanken, wobei die Rendite zweijähriger Titel unter 4.7% und jene zehnjähriger Titel weiterhin über 5% lag.
US-Aktien legen nach Fed-Entscheid zu
US-Aktien schlossen am Mittwoch höher. Der Nasdaq 100 gewann 0.6% auf 29’813.16 Punkte, der S&P 500 stieg um 0.3% auf 7743.98 Punkte und der Dow Jones Industrial Average legte um 0.2% auf 52’475.10 Punkte zu. Das wieder erwachte Interesse an künstlicher Intelligenz und starke Ergebnisse des südkoreanischen Speicherchipherstellers SK Hynix stützten Halbleiteraktien. Micron und Sandisk gewannen bis zu 7.7%. Der Softwarekonzern Oracle legte um mehr als 10% zu, nachdem der Konzern ein mittelfristiges Umsatzziel vorgestellt hatte, das einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von über 35% entspricht.
Ölpreise sinken angesichts neuer Friedenshoffnungen
Die Terminkontrakte auf Brent-Rohöl fielen um 1.1% auf USD 110.37 je Barrel, während die Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) um 1.3% auf USD 101.50 nachgaben. Damit machten sie die Gewinne vom Mittwoch teilweise wieder wett. Berichte, wonach US-Vizepräsident JD Vance Kontakt mit Iran aufgenommen hatte, nährten die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen. Zunehmende Angriffe der Huthi mit Bezug zu Saudi-Arabien begrenzten jedoch den Preisrückgang, da sie Sorgen um die regionale Ölversorgung schürten.
Asiatische Börsen geben nach enttäuschenden Tech-Ergebnissen nach
Aktienindizes in Asien gerieten am Donnerstag unter Druck. Der südkoreanische KOSPI fiel um 1.2%, nachdem er am Mittwoch fast 7% zugelegt hatte. Chinas Shanghai Composite sank um 1.2%, während der festlandchinesische CSI 300 um 1.1% nachgab. Samsung Electronics verlor trotz eines Rekordergebnisses im dritten Quartal 3.9%, da der Gewinn im Halbleitergeschäft hinter den Erwartungen zurückblieb und Anlegerinnen und Anleger auf Klarheit über zusätzliche Ausschüttungen warteten. Die Google-Muttergesellschaft Alphabet fiel im nachbörslichen US-Handel um rund 10%, nachdem das Unternehmen enttäuschende Ergebnisse und Pläne für umfangreiche Ausgaben für KI-Infrastruktur vorgelegt hatte. Der Softwareriese Microsoft legte dagegen dank eines stärker als erwarteten Cashflows um rund 3% zu.
Deutsche Konsumstimmung bleibt schwach
Der deutsche NIM/GfK-Konsumklimaindikator sank für November leicht auf -30.8 Punkte, nach -30.6 Punkten für Oktober und -22.5 Punkten ein Jahr zuvor. Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen hervor. Die Konjunkturerwartungen verbesserten sich den sechsten Monat in Folge auf 2.1 Punkte und lagen damit erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs wieder im positiven Bereich. Am Mittwoch legte der deutsche DAX um 0.4% zu, der Euro Stoxx 50 blieb nahezu unverändert und der Swiss Market Index gab um 0.1% nach.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Air Liquide, Amazon, Anheuser-Busch InBev, AXA, BBVA, Bristol-Myers Squibb, BYD, Caterpillar, Eli Lilly, ING, Intel, Linde, Mastercard, Merck & Co, Samsung Electronics, Shell, Starbucks, STMicroelectronics, Stryker und TotalEnergies.
Konjunkturdaten im Fokus: Arbeitslosenquote Italien (10:00), Handelsbilanz Italien (11:00), persönliche Konsumausgaben USA (13:30), Bruttoinlandsprodukt USA (13:30), wöchentliche Erstanträge Arbeitslosenhilfe USA (13:30), Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (14:15).
Quelle: ETFWorld


