LGT : Steigende Inflationsängste belasten die Märkte

LGT Navigator : Die Europäische Zentralbank erhöhte am Donnerstag ihren Einlagensatz, da der durch den Iran-Konflikt ausgelöste Energieschock die Inflation in der Eurozone länger über dem Zielwert halten könnte, während europäische Aktien tiefer schlossen.

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 Auch US-Aktien gaben am Donnerstag nach, angeführt von Technologiewerten, und die asiatischen Märkte notierten am Freitag deutlich schwächer, da hohe Ölpreise und steigende Renditen von US-Staatsanleihen die Risikobereitschaft belasteten. Anlegerinnen und Anleger richten ihren Fokus auf die US-Inflationsdaten vom Freitag, nachdem sich der Anstieg der Erzeugerpreise im August beschleunigt hatte, bevor die US-Notenbank (Fed) nächste Woche ihren geldpolitischen Entscheid bekannt gibt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte am Donnerstag ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2.5%, nachdem sie ihn im Juni angehoben und im Juli unverändert belassen hatte. Der durch den Iran-Konflikt ausgelöste Energieschock hat den Inflationsdruck erneut verstärkt. Die EZB prognostiziert für dieses Jahr eine Inflation von 3%, für nächstes Jahr von 2.5% und für 2028 von 2.1%. Damit dürfte sie über einen längeren Zeitraum über ihrem Zielwert von 2% liegen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, die Wirtschaft der Eurozone bleibe widerstandsfähig, gestützt durch einen robusten Arbeitsmarkt und eine Erholung der Dienstleistungsaktivität. Höhere Energiepreise könnten sich jedoch breiter auf Preise und Löhne auswirken. Am Freitag notierte der Euro gegenüber dem US-Dollar leicht tiefer als vor dem EZB-Entscheid am Vortag. Der Euro Stoxx 50 verlor am Donnerstag 0.7%, der deutsche DAX 0.8%, der französische CAC 40 0.5% und der Swiss Market Index 0.5%.

Asiatische Aktien fallen wegen steigender Ölpreise

Asiatische Aktien gaben am Freitag deutlich nach, da Brent-Rohöl-Futures nahe bei USD 106.95 pro Barrel notierten und höhere Renditen von US-Staatsanleihen die Sorge verstärkten, dass die Fed nächste Woche die Zinsen erhöhen wird. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag knapp unter 5%. Der südkoreanische KOSPI fiel um 2.1%, der japanische Nikkei 225 um 2.2%. Auch Halbleiteraktien wie SK Hynix, Samsung Electronics und Taiwan Semiconductor Manufacturing gaben nach. Hongkongs Hang Seng Index verlor 0.7%, der chinesische CSI 300 1.3% und Australiens S&P/ASX 200 1%.

US-Aktien fallen wegen Zinssorgen

Die US-Aktienmärkte setzten am Donnerstag ihren Wochenrückgang fort, da der Nahostkonflikt die Sorge verstärkte, dass die Inflation weitere Zinserhöhungen durch die Fed nach sich ziehen könnte. Der Nasdaq-100 fiel um 1.1% auf 29’103.51 Punkte, während der S&P 500 0.6% auf 7591.70 Punkte und der Dow Jones Industrial Average 0.6% auf 52’064.10 Punkte verlor. Technologiewerte standen breit unter Druck, nachdem das chinesische Unternehmen DeepSeek ein neues Modell für künstliche Intelligenz (KI) vorgestellt hatte. Apple gewann jedoch 3.6%, nachdem mehrere Analystinnen und Analysten das faltbare iPhone des Unternehmens positiv beurteilt hatten.

US-Erzeugerpreisinflation beschleunigt sich

Die US-Erzeugerpreise stiegen im August gegenüber Juli um 0.4%, nachdem sie im Vormonat gemäss revidierten Daten um 0.1% gestiegen waren. Dies entsprach den Markterwartungen, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigten. Die jährliche Inflation auf Erzeugerebene erhöhte sich von 4.8% im Juli auf 5.4%. Die Kern-Erzeugerpreise ohne Nahrungsmittel und Energie stiegen gegenüber dem Vormonat um 0.2% und gegenüber dem Vorjahr um 4.6%. Die Daten gehen dem am Freitag veröffentlichten US-Verbraucherpreisbericht voraus.

Deutsche Inflation steigt wegen höherer Treibstoffpreise

Die deutsche Verbraucherpreisinflation beschleunigte sich im August gegenüber dem Vorjahr von 2.8% im Juli und 2.3% im Juni auf 2.9%, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag bestätigte. Die Energiepreise stiegen gegenüber dem Vorjahr um 10.5%, wobei die Treibstoffkosten aufgrund der anhaltenden Auswirkungen des Konflikts im Iran auf die Rohölmärkte um 27.7% zulegten. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag bei 2.4%, während die Nahrungsmittelpreise nur um 0.1% stiegen und sich die Dienstleistungsinflation leicht auf 2.8% abschwächte.

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Quelle: ETFWorld


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