WisdomTree : Geopolitische Spannungen und El Niño verschärfen den Druck auf globale Agrarmärkte.
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Von Nitesh Shah, Head of Commodities & Macroeconomic Research bei WisdomTree Europe, und Aneeka Gupta (Photo) , Director of Research bei WisdomTree
Die Agrarrohstoffmärkte erleben 2026 eine deutliche Neubewertung. Zwei gleichzeitige Angebotsschocks – geopolitische Spannungen im Nahen Osten und ein sich entwickelndes El-Niño-Wetterereignis – erhöhen den Druck auf die globale Nahrungsmittelproduktion und könnten die Preise für Agrarrohstoffe weiter steigen lassen.
Die Unterbrechungen im Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus betreffen nicht nur Energieexporte, sondern auch den weltweiten Handel mit Düngemitteln. Ein erheblicher Teil des globalen Handels mit Harnstoff, Ammoniak und Schwefel passiert diese Route. Steigende Düngemittel- und LNG-Preise erhöhen die Produktionskosten für Landwirte weltweit und beeinflussen bereits Pflanzentscheidungen in wichtigen Agrarregionen.
Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit eines starken El Niño rapide an. Historisch gesehen führen El-Niño-Phasen häufig zu niedrigeren Erträgen bei Weizen, Mais, Kaffee, Zucker und Kakao. Besonders kritisch ist, dass sich das Wetterphänomen auf ein bereits außergewöhnlich hohes globales Temperaturniveau aufbaut.
Die Auswirkungen dürften sich zeitverzögert zeigen. Während die Düngemittelknappheit bereits die Aussaat 2026 beeinflusst, werden die vollen Konsequenzen für die Ernten erst im weiteren Jahresverlauf und bis 2027 sichtbar werden. Märkte reagieren jedoch oft frühzeitig auf erwartete Angebotsengpässe.
Vor diesem Hintergrund könnten Agrarrohstoffe weiterhin von strukturell knappen Angebotsbedingungen profitieren. Besonders Soft Commodities wie Kaffee, Kakao und Zucker gelten historisch als besonders anfällig für wetterbedingte Produktionsrisiken während El-Niño-Phasen.
Quelle: ETFWorld
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