LGT Navigator : Die Geopolitik bleibt im Fokus, nachdem die USA und der Iran in der Schweiz Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts aufgenommen haben.
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Die globalen Aktienmärkte starteten mit gemischten Vorzeichen in die Woche, während sich die Ölpreise stabilisierten. Im Vereinigten Königreich trat Premierminister Keir Starmer zurück, weniger als zwei Jahre nachdem er seine Partei zu einem ihrer grössten Wahlsiege überhaupt geführt hatte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde signalisierte einen vorsichtigen Umgang mit Inflationsrisiken.
US-Vizepräsident JD Vance sagte am Montag, dass die Verhandlungen mit dem Iran in der Schweiz trotz Spannungen deutliche Fortschritte gemacht hätten, nachdem Teheran als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon erneut Schritte zur Schliessung der Strasse von Hormus unternommen hatte. Er sagte, Iran habe zugestimmt, Inspektorinnen und Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation wieder ins Land zu lassen, und bezeichnete dies als wichtigen Schritt zur Eindämmung von Teherans Atomprogramm. Vance fügte hinzu, dass beide Seiten einen Mechanismus eingerichtet hätten, der eine breitere Eskalation in der Region verhindern solle, zugleich sei aber noch weitere Arbeit nötig. Auch Irans Aussenminister Abbas Araghchi sagte, die Gespräche hätten grosse Fortschritte gebracht, auch wenn eine endgültige Einigung noch nicht erreicht worden sei.
Öl stabilisiert sich nach Ausverkauf am Montag
Die Ölpreise erholten sich am Dienstag im asiatischen Handel leicht nach dem starken Rückgang vom Montag: Brent-Rohöl stieg um 0.3% auf USD 78.10 je Barrel, und WTI legte um 0.4% auf USD 74.18 je Barrel zu. Die Erholung folgte auf einen Rückgang von fast 3%, nachdem Händlerinnen und Händler auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie auf eine auf 60 Tage befristete US-Lizenz für den Verkauf und Import iranischen Rohöls reagiert hatten. Dies schürte Erwartungen auf ein höheres globales Angebot in den kommenden Wochen. Während des Konflikts waren die Preise wegen der Störungen in der Strasse von Hormus zeitweise auf über USD 120 je Barrel gestiegen. Inzwischen haben nachlassende Transportrisiken und diplomatische Fortschritte die geopolitische Risikoprämie reduziert. Der leichte Anstieg vom Dienstag wirkte vor allem technisch bedingt, während Investorinnen und Investoren weiter beobachteten, ob die Verhandlungen Bestand haben und wie schnell sich die iranischen Exporte erholen könnten.
In Tokio fiel der Nikkei 225 am Dienstag um 2.5%, und in Hongkong verlor der Hang Seng rund 1.6%. Südkoreas Kospi brach am Dienstag um mehr als 6% ein, da die Chiphersteller SK Hynix und Samsung Electronics stark unter Druck gerieten.
Der Goldpreis erholte sich, während die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran Fortschritte machten. Allerdings begrenzte der Ausblick für die US-Geldpolitik nach den restriktiven Signalen der Federal Reserve in der vergangenen Woche die Gewinne.
Gemischte Stimmung an der Wall Street
An der New Yorker Börse schlossen die US-Aktien am Montag uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial stieg leicht um 0.3% auf 51’712.71 Punkte, während der S&P 500 um 0.4% auf 7472.79 Punkte fiel und der Nasdaq 100 um 0.2% auf 30’347.08 Punkte nachgab. Der Dow wurde von tieferen Ölpreisen nach ermutigenden Signalen aus den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran gestützt. Technologiewerte gerieten jedoch unter Druck, da die Begeisterung der Anlegerinnen und Anleger für künstliche Intelligenz nachliess. Halbleiterwerte blieben gefragt: Intel gewann mehr als 5%, und Micron legte vor der Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch um fast 7% zu. Dagegen gaben Amazon, Microsoft und die Google-Mutter Alphabet nach, weil die Sorge über schwache Renditen auf die hohen Ausgaben für KI zunahm.
Burnham führt Rennen um die Führung im Vereinigten Königreich nach Starmers Rücktritt an
Andy Burnham verbesserte seine Position im Rennen um das Amt des nächsten britischen Premierministers, nachdem er vergangene Woche einen Parlamentssitz gewonnen und am Montag nach der Rücktrittsankündigung von Keir Starmer seine Kandidatur für den Labour-Parteivorsitz lanciert hatte. Burnham argumentiert, dass er am besten geeignet sei, Labour wieder näher an Wählerinnen und Wähler heranzuführen und Reform UK von Nigel Farage herauszufordern, die seit Anfang letzten Jahres die Umfragen anführt. Unterstützerinnen und Unterstützer verweisen auf seine Bilanz als Bürgermeister von Greater Manchester und auf seinen Einsatz für mehr regionale Autonomie. Kritikerinnen und Kritiker halten dagegen, dass sich seine politischen Positionen im Laufe der Zeit wiederholt verschoben hätten. Sollte er die Führung übernehmen, müsste Burnham dennoch ein klareres Programm vorlegen und zeigen, dass er trotz der fiskalischen Einschränkungen im Vereinigten Königreich regieren kann.
EZB mahnt zu einer besonnenen Reaktion
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach sich am Montag für eine besonnene Reaktion auf Inflationsrisiken aus, die aus dem Iran-Konflikt resultieren. Sie sagte, die Zentralbank könne den daraus entstehenden Preisdruck nicht ignorieren, fügte jedoch hinzu, dass es weiterhin keine Anzeichen für „ent-ankerte“ Inflationserwartungen oder Zweitrundeneffekte gebe, die eine stärkere geldpolitische Reaktion rechtfertigen würden. Die EZB erhöhte ihren Einlagensatz an ihrer jüngsten Sitzung um 0.25 Prozentpunkte auf 2.25%. Lagarde sagte zudem, dass die Währungshüterinnen und Währungshüter weiterhin von Sitzung zu Sitzung und datenabhängig handeln würden, während der Euro am Montag unter Druck geriet.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.
Konjunkturdaten im Fokus: Einkaufsmanagerindex Japan (02:30), Einkaufsmanagerindex Frankreich (09:15), Einkaufsmanagerindex Deutschland (09:30), Einkaufsmanagerindex Eurozone (10:00), Einkaufsmanagerindex Grossbritannien (10:30), ADP-Arbeitsmarktbericht USA (14:15), Einkaufsmanagerindex USA (15:45), Richmond-Fed-Herstellungsindex (16:00).
Quelle: ETFWorld
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