LGT

LGT : Inflationsrisiken belasten EZB-Entscheid und Tech-Zahlen stellen Märkte auf die Probe

  • Home
  • Tägliche Analyse
  • LGT : Inflationsrisiken belasten EZB-Entscheid und Tech-Zahlen stellen Märkte auf die Probe

Abonniere unsere Kanäle


LGT Navigator : Die Europäische Zentralbank (EZB) wird heute Nachmittag vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen und des Risikos einer anhaltend hohen Inflation ihre geldpolitische Entscheidung bekannt geben.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Zur Wochenmitte dominierte an den Börsen eine vorsichtige Haltung, angesichts des anhaltenden Konflikts im Mittleren Osten und der fortlaufenden Analyse hinsichtlich der Investitionen in KI. Vor den Quartalszahlen der Google-Mutter Alphabet, IBM und des Elektroautoherstellers Tesla schloss die Wall Street am Mittwoch tiefer, während die asiatischen Börsen heute zulegen konnten.

Die Energiepreise sind diese Woche nach den erneuten Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran rund um die Strasse von Hormus erneut in die Höhe geschossen, was die geldpolitische Entscheidung der EZB am heutigen Nachmittag erschwert. Die EZB hatte im vergangenen Monat ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2.25% angehoben, nachdem die Inflation im Euroraum im Mai 3.2% erreicht hatte, bevor sie im Juni trotz eines Anstiegs der Energiekosten um 8.7% auf 2.8% zurückging. Der Ölpreis ist für die Wirtschaft der Eurozone besonders entscheidend, da diese im Jahr 2024 laut den neuesten verfügbaren Daten von Eurostat 57% ihres Energiebedarfs importierte. Die Entscheidungsträger stehen nun zudem vor der geldpolitischen Entscheidung, ohne über die neuesten Inflations- und Wachstumszahlen zu verfügen. Die EZB wird darauf bedacht sein, dass ein zu restriktiver geldpolitischer Kurs die Wirtschaft der Eurozone in eine Rezession treiben könnte, nachdem sie im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0.2% geschrumpft war.

Asiatische Börsen legen dank Alphabet-Investitionen in KI zu

Die asiatischen Aktienmärkte legten am Donnerstag zu, da der von Alphabet angekündigte zusätzliche jährliche Investitionsplan in Höhe von USD 15 Milliarden die Erwartungen hinsichtlich der Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz stärkte. Der südkoreanische KOSPI gewann 3%, gestützt durch Kursgewinne der Speicherchip-Hersteller SK Hynix und Samsung Electronics, während der Nikkei 225 um 0.4% stieg und der Hang Seng in Hongkong um 1.3% zulegte. Die Ölpreise erreichten ein Sechs-Wochen-Hoch, nachdem Angriffe der Houthis auf saudische Tanker die Sorgen um Versorgungsengpässe verschärften, was die allgemeine Risikobereitschaft dämpfte und Inflationsängste schürte. In Australien wurden im Juni 76’300 neue Arbeitsplätze geschaffen, was die Erwartungen bei weitem übertraf, während die Arbeitslosenquote bei 4.4% blieb, was die Erwartungen auf eine Zinserhöhung durch die Reserve Bank of Australia im Laufe dieses Jahres verstärkte.

US-Aktien vor Tech-Zahlen tiefer

Die Aktienindizes an der Wall Street gaben am Mittwoch leicht nach, da Anlegerinnen und Anleger auf die Quartalszahlen der Technologieschwergewichte Alphabet, Tesla, IBM und Texas Instruments warteten. Der Nasdaq 100 fiel um 0.5% auf 28’998.10 Punkte, nachdem er am Dienstag um fast 2% gestiegen war. Der S&P 500 verlor 0.1% auf 7498.96 Punkte, während der Dow Jones Industrial Average mit 52’218.58 Punkten kaum verändert schloss. AT&T stiegen nach stärker als erwarteten Neukundenzahlen im Mobilfunkgeschäft um 3.5%. Nach Börsenschluss fielen die Alphabet-Aktien im nachbörslichen Handel um 3%, nachdem die Google-Mutter ihre Prognose für die Investitionsausgaben 2026 auf bis zu USD 205 Milliarden angehoben hatte. Dies deutet auf eine starke Nachfrage im Bereich künstlicher Intelligenz hin. Der Kursanstieg erfolgte, nachdem Anlegerinnen und Anleger in den vergangenen Monaten vorsichtiger hinsichtlich der KI-Ausgaben von Hyperscalern geworden sind.

Öl steigt angesichts anhaltender Spannungen um die Strasse von Hormus

Brent-Rohöl stieg am Mittwoch um rund 4% auf USD 94.20 pro Barrel, während US West Texas Intermediate um 3.8% auf USD 87.56 zulegte. Zuvor hatten US-Streitkräfte die elfte Nacht in Folge Angriffe auf den Iran durchgeführt. US-Aussenminister Marco Rubio erklärte, Iran führe die Gespräche nicht ernsthaft, und warf Teheran vor, die Kontrolle über die Strasse von Hormus anzustreben, eine zentrale Route für Energieexporte. Die anhaltenden Störungen haben die Sorgen um das Angebot verstärkt und die Befürchtungen neu entfacht, dass höhere Energiekosten den Inflationsdruck verschärfen könnten.

USA nehmen Importe von Generika ins Visier

US-Präsident Donald Trump kündigte am Dienstag an, dass die USA ab 2028 einen Zoll von 100% auf importierte Generika erheben werden, um die heimische Produktion zu fördern. Generika bleiben vor Inkrafttreten der Abgabe während zwei Jahren davon ausgenommen. Anschliessend soll der Zoll auf 200% steigen. Unternehmen, die in Produktionsanlagen in den USA investieren, könnten den Zoll vermeiden. Auch Hersteller, die der Preisregelung der Regierung nach dem „Most Favoured Nation“-Prinzip zustimmen, könnten für Ausnahmen infrage kommen.

Britische Inflation erreicht 14-Monats-Tief

Die Verbraucherpreisinflation in Grossbritannien verlangsamte sich von 2.8% im Mai auf 2.6% im Juni und erreichte damit den tiefsten Stand seit 14 Monaten, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigten. Der Rückgang wurde durch einen monatlichen Preisrückgang bei Benzin und Diesel um 3.1% verursacht, während die Inflation bei Nahrungsmitteln und Getränken auf 1.7% sank. Die Kerninflation verharrte bei 2.6%, und die Inflation im Dienstleistungssektor ging leicht auf 3.6% zurück. Es wird erwartet, dass die Bank of England ihren Leitzins nächste Woche bei 3.75% belässt. Allerdings könnte die Inflation im September über 3% steigen, da höhere Energiekosten weitergegeben werden.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von BNP Paribas, Carrefour, Comcast, Deutsche Börse, Freeport-McMoRan, Honeywell, Intel, Lockheed Martin, Nestlé, Nokia, Roche, RTX, SAP, STMicroelectronics, T-Mobile US, Thermo Fisher Scientific, TotalEnergies und Union Pacific.

Konjunkturdaten im Fokus: Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (14:15), wöchentliche Erstanträge Arbeitslosenhilfe USA (14:30), Einzelhandelsumsätze Kanada (14:30).

Quelle: ETFWorld


Newsletter
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
Investement World

Newsletter ETFWorld.ch

Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.