LGT : Zentralbanken behalten Inflation im Blick

LGT Navigator : Die Bank of England beliess die Zinsen am Donnerstag unverändert, während die Bank of Japan ihre Geldpolitik straffte.

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Beide Institutionen hoben das Risiko einer anhaltenden Inflation hervor. US-Aktien stiegen am Donnerstag, angeführt von Halbleiterwerten, da ein weiterer Rückgang der Ölpreise die Stimmung trotz der restriktiven Haltung der Federal Reserve (Fed) stützte. Die asiatischen Märkte notierten am Freitag mehrheitlich höher, wobei Technologiewerte ihre Erholung fortsetzten.

Die Bank of England beliess ihren Leitzins am Donnerstag in einer Abstimmung von sechs zu drei bei 3.75%, obwohl die britische Inflation im August von unter 3% im Juli auf 3.1% gestiegen war. Drei Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sprachen sich für eine Erhöhung um 25 Basispunkte aus und verwiesen auf die erhöhten Risiken, dass sich Energiepreisschocks infolge des Iran-Konflikts in der Inflation verfestigen könnten. Gouverneur Andrew Bailey erklärte, eine anhaltende Volatilität würde die Wahrscheinlichkeit einer restriktiveren Geldpolitik erhöhen, während die Märkte bei der Sitzung im November mit einer Zinserhöhung rechnen. Unterdessen erhöhte die Bank of Japan ihren Leitzins am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 1.25%, den höchsten Stand seit 1995, da die Inflation ihr Ziel von 2% überschreiten könnte. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen und erfolgte drei Monate nach der vorherigen Erhöhung, womit die Zentralbank ihren geldpolitischen Straffungszyklus beschleunigte. Die japanische Gesamtinflation lag im August bei 1.9%, während die Kerninflation von 1.8% im Juli auf 1.7% zurückging, und dies vor dem Hintergrund eines historisch schwachen Yen.

Renditen sinken, Gold erholt sich

Die Renditen von US-Staatsanleihen sanken am Donnerstag, nachdem die Fed die Zinsen am Mittwoch um 25 Basispunkte auf 3.75%-4.00% erhöht hatte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag bei 4.9%, nachdem sie kurzzeitig 5% überschritten hatte, während die Rendite zweijähriger Anleihen bei 4.7% stand. Die höhere Zinsprognose der Fed und die Äusserungen des Vorsitzenden der Fed, Kevin Warsh, unterstrichen, dass die Inflationsrisiken anhalten. Gold stieg um 0.7% auf rund USD 4370 je Unze, gestützt durch die sinkenden Anleiherenditen. Eine weitere geldpolitische Straffung und ein stärkerer US-Dollar bleiben jedoch Gegenwind für das unverzinsliche Edelmetall. Bitcoin stieg unterdessen um 1.6% auf rund USD 77’600.

Sinkende Ölpreise stützen asiatische Aktien

Asiatische Aktien legten am Freitag zu, da sinkende Ölpreise die Inflationssorgen linderten und eine technologiegetriebene Erholung an der Wall Street die Stimmung stützte. Der südkoreanische KOSPI stieg um 2.8%, Japans Nikkei 225 gewann 1.6%, Hongkongs Hang Seng Index legte 0.8% zu und der chinesische CSI 300 stieg um 1.2%, unterstützt durch Gewinne bei Halbleiteraktien. Brent-Rohöl fiel um 1.3% auf USD 103.45 je Barrel und setzte damit seine Verluste den dritten Tag in Folge fort.

US-Aktien steigen, da Ölpreise nachgeben

US-Aktien stiegen am Donnerstag. Der Dow Jones Industrial Average gewann 0.6% auf 51’778.04 Punkte, der S&P 500 stieg um 1.1% auf 7637.76 und der Nasdaq-100 legte um 1.7% auf 29’446.98 zu. Die Stimmung verbesserte sich, da die Ölpreise ihre Verluste angesichts der Erwartungen ausweiteten, dass eine wichtige saudische Pipeline ihren Betrieb bald wieder aufnehmen könnte. Halbleiteraktien stiegen deutlich: Arm, Intel und AMD gewannen bis zu 8.6%, während Nvidia um 2.5% zulegte.

Schweizer Wachstumsausblick angehoben

Die Expertengruppe des Bundes erhöhte ihre Prognose für das sporteventbereinigte BIP-Wachstum der Schweiz im Jahr 2026 von 0.9% im Juni auf 1.7%, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Donnerstag mitteilte. Die Prognose für 2027 beliess sie bei 1.6%. Das BIP wuchs im zweiten Quartal um 1.5%, wobei fast die Hälfte des Anstiegs auf volatile Wertschöpfung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie sowie starke Exporte zurückzuführen war. Die Expertengruppe erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine teilweise Gegenbewegung, rechnet jedoch damit, dass ein stärkerer Aussenhandel, ein schwächerer Schweizer Franken und ein moderates Wachstum der Binnennachfrage die Erholung stützen werden. Sie beliess ihre Prognosen für die durchschnittliche Inflation in beiden Jahren bei 0.6% und erwartet, dass die Arbeitslosenquote von 3.1% in diesem Jahr auf 3% im Jahr 2027 sinken wird. Der Swiss Market Index notierte am Donnerstag 0.6% höher bei 13’947.31 Punkten.

Inflation in der Eurozone steigt im August

Die jährliche Inflation in der Eurozone stieg im August von 2.9% im Juli und 2% ein Jahr zuvor auf 3.2%, wie Eurostat am Donnerstag mitteilte. Energie leistete mit 1.3 Prozentpunkten den grössten Beitrag zum Anstieg, da die Energiepreise gegenüber dem Vorjahr um 14.3% stiegen. Dienstleistungen trugen 1.4 Prozentpunkte bei. Die Kerninflation ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ging von 2.5% im Juli auf 2.4% zurück. Die europäischen Aktienindizes schlossen am Donnerstag höher: Der Euro Stoxx 50 gewann 0.9%, der deutsche DAX stieg um 0.7% und der französische CAC 40 legte 0.6% zu.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: Einzelhandelsumsätze Grossbritannien (08:00), Erzeugerpreisindex Deutschland (08:00), Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde spricht (12:30), Industrieproduktion USA (15:15).

Quelle: ETFWorld


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