LGT Navigator : Die erste Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) seit 2023 löste am Mittwoch unterschiedliche Marktreaktionen aus, nachdem die Fed signalisiert hatte, dass die Inflationssorgen weitere geldpolitische Straffungen erfordern könnten.
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Die europäischen Aktienmärkte schlossen höher, während die Indizes an der Wall Street überwiegend nachgaben und der Börsenhandel in Asien am Donnerstag uneinheitlich verlief. Besonders chinesische Aktien gerieten unter Druck. Die Ölpreise fielen zur Wochenmitte deutlich, da die Sorgen über Lieferunterbrechungen im Nahen Osten nachliessen. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Zinsentscheidung der Bank of England heute Nachmittag.
Die US-Notenbank erhöhte am Mittwoch ihre Zielspanne für den Leitzins um 0.25 Prozentpunkte auf 3.75-4.00% – die erste geldpolitische Straffung seit Juli 2023. Der Fed-Vorsitzende Kevin Warsh erklärte, das robuste Wirtschaftswachstum, nicht ausreichend restriktive Finanzierungsbedingungen und die hartnäckige Inflation hätten den einstimmigen Entscheid bestimmt. Die Währungshüterinnen und Währungshüter rechneten zudem mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr. Das von der Fed bevorzugte Inflationsmass, der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), stieg im August im Jahresvergleich um 3.7% und lag damit den 65. Monat in Folge über dem Fed-Ziel von 2%. Höhere Ölpreise könnten den Preisdruck weiter verstärken. Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen nach dem Fed-Entscheid deutlich an, wobei die Rendite zehnjähriger Anleihen über 5% und jene zweijähriger Anleihen über 4.7% notierte. Der US-Dollar-Index stieg auf 100.28 Punkte.
Asiatische Börsen uneinheitlich, China schwächer
Die Aktienmärkte in Asien entwickelten sich am Donnerstag nach dem Fed-Entscheid uneinheitlich. Japans Nikkei 225 stieg um 0.1%, während Südkoreas Kospi um 0.1% nachgab. Hongkongs Hang Seng fiel um 1.1% und der chinesische CSI 300 verlor 0.3%. Australiens S&P/ASX 200 legte um 0.3% zu. Brent-Rohöl notierte bei rund USD 105.38 je Barrel, nachdem der Preis am Mittwoch um bis zu 5% gefallen war. Saudi-Arabien erklärte, es wolle innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte der Kapazität seiner Ost-West-Pipeline wiederherstellen, nachdem Drohnenangriffe in der vergangenen Woche deren Schliessung erzwungen hatten.
US-Aktien nach Fed-Zinserhöhung schwächer
Die New Yorker Börse schloss am Mittwoch nach der Leitzinserhöhung der Fed uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial Average verlor 1.2% auf 51’461.90 Punkte und der S&P 500 gab um 0.5% auf 7551.81 Punkte nach, während der Nasdaq 100 mit 28’945.06 Punkten praktisch unverändert schloss. Die Andeutung von Notenbankchef Warsh, bis Jahresende könnte eine weitere Zinserhöhung folgen, verstärkte die Sorge, dass höhere Finanzierungskosten risikoreichere Anlagen belasten könnten. Halbleiteraktien entwickelten sich besser, da Sicherheitsanforderungen für künstliche Intelligenz die Nachfrage nach Rechenleistung erhöhen könnten. Mit Blick auf die Konjunkturdaten stiegen die US-Einzelhandelsumsätze im August um 1.2%, nachdem sie im Juli um 0.5% gefallen waren, womit die Retail Sales die Markterwartungen übertrafen.
Industrieproduktion in der Eurozone sinkt
Die Industrieproduktion im Euroraum sank im Juli um 0.1%, nachdem sie bereits im Juni um 0.1% zurückgegangen war. Die Produktion in der EU fiel laut Eurostat um 0.3%. In der Eurozone wurden Zuwächse bei Energie, Investitionsgütern und langlebigen Konsumgütern durch einen Rückgang der Produktion nicht langlebiger Konsumgüter um 1.6% mehr als ausgeglichen. Die europäischen Aktienindizes hatten am Mittwoch höher geschlossen: Der Euro Stoxx 50 stieg um 0.6%, der deutsche DAX um 0.5%, der französische CAC 40 um 0.6% und der Swiss Market Index um 0.4%.
Inflation in Grossbritannien steigt wegen höherer Treibstoffkosten
Die Jahresinflation beschleunigte sich im August von 2.9% im Juli auf 3.1%. Hauptgrund war ein Anstieg der Treibstoffkosten um 23% im Jahresvergleich, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigten. Die Benzinpreise erreichten den höchsten Stand seit November 2022, da der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energieschock den Rohölpreis über USD 100 je Barrel hielt. Die Kosten für Haushaltsenergie lagen 6% über dem Vorjahresniveau. Die Inflation bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken verlangsamte sich auf 1.1%, was darauf hindeutet, dass sich der Energieschock noch nicht breit im Warenkorb niedergeschlagen hat.
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Quelle: ETFWorld
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